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E-Bikes, Roller und Öffis in Städten wie Wien besser: Robotaxis mit weniger Nutzen

In Wien profitiert man von anderen Fortbewegungsmitteln mehr.
In Wien profitiert man von anderen Fortbewegungsmitteln mehr. ©APA/AFP/THOMAS KIENZLE
In Wien würde man von Robotaxis nicht so stark profitieren wie in anderen Städten. Hier sind E-Bikes, Öffis und Roller besser.

Nicht alle Arten von Städten werden laut einer Studie gleichermaßen von Robotaxis profitieren. Für mittelgroße Städte wie Wien, Berlin oder München seien die Mikromobilität mit E-Bikes und Elektro-Tretrollern sowie der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs die effizientere Lösung, ergab eine Analyse der Unternehmensberatung Boston Consulting Group und der Universität St. Gallen.

Robo-Shuttles in New York oder Shanghai vermuttlich mit größtem Effekt

In dicht gedrängten Megacities wie New York oder Shanghai versprächen dagegen autonome Robo-Shuttles für bis zu 15 Personen den größten Effekt. Den Studienautoren zufolge stehen die Städte vor einem Verkehrskollaps. Ohne Gegenmaßnahmen würde der globale Verkehr in den nächsten 15 Jahren ungefähr um sechs, der für Pkw genutzte Parkraum um etwa acht Prozent steigen.

Die Auswirkungen der neuen Mobilitätskonzepte wären nach Einschätzung der Experten erheblich. Die Menschen in München könnten nutzbare Flächen in der Größenordnung eines halben Englischen Gartens gewinnen, Berliner könnten ihre jährlichen Transportausgaben um rund 1,5 Milliarden Euro reduzieren. In New York könnten durch Parkplätze belegte Flächen in sechsfacher Größe des Central Parks frei werden.

Wien: Durch Umwidmung könnten 32 zusätzliche Parks gewonnen werden

Für Wien errechnete Boston Consulting, dass durch die Umwidmung von öffentlichen Parkplätzen 32 zusätzliche Stadtparks gewonnen werden könnten. Mit der Abkehr von privaten Fahrzeugen hin zu öffentlichen Angeboten oder dem Einsatz von Mikro-Mobilitätslösungen wie E-Scootern könnten die Wiener bei konsequenter Umsetzung 900 Millionen Euro bei den jährlichen Haushaltsausgaben für Mobilität sparen, hieß es vom BCG-Büro in Wien. An der Studie war mit Nikolaus Lang ein gebürtiger Österreicher beteiligt. Er leitet von München aus das weltweite Center of Mobility Innovation bei BCG.

Städte sollen sich frühzeitig auf selbstfahrende Autos vorbereiten

Die Experten von BCG untersuchten gemeinsam mit Mobilitätsforschern der Universität St. Gallen die Verkehrsmuster in Städten und simulierten Milliarden von Fahrten mit verschiedenen Beförderungsformen. Sie gehen davon aus, dass die Ausbreitung selbstfahrender Autos auch zwei Jahrzehnte dauern kann - plädieren aber dafür, dass Städte sich frühzeitig darauf einstellen.

So sollten die Behörden in Städten wie New York Anreize für die Einführung von Robo-Shuttles statt der weniger effizienten Robotaxis für bis zu fünf Personen oder Robo-Pods für zwei Insassen schaffen. Die Robo-Pods würden zunächst in allen Arten von Städten die Verkehrsbelastung noch vergrößern, ergab die am Donnerstag veröffentlichte Analyse.

Deutsche Großstädte wie Berlin ordnete die Studie in der Kategorie "kompaktes Mittelgewicht" ein. Hier müssten die Planer zuallererst dafür sorgen, dass weniger Autos in den Zentren unterwegs seien, argumentierten die Forscher. Da es viele kurze Fahrten auf der sogenannten letzten Meile gebe, sei Mikromobilität die effizienteste Lösung.

(APA/Red)

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