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E-Auto-Förderung wird auf 5.000 Euro erhöht

Die Förderung beim Kauf eines Elektro-Autos wird auf 5.000 Euro erhöht.
Die Förderung beim Kauf eines Elektro-Autos wird auf 5.000 Euro erhöht. ©Pixabay.com (Sujet)
Am Montag hat Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Vertretern der Autoimporteure angekündigt, die Förderung für Elektroautos mit 1. Juli auf 5.000 Euro zu erhöhen. Zuvor hat man für den Kauf eines PKW mit Elektroantrieb 3.000 Euro bekommen.

"Wir wollen am Weg aus der Coronakrise in die Zukunft investieren. Genau das schaffen wir mit der Offensive für E-Mobilität", so Gewessler am Montag bei der Pressekonferenz. "Unser Ziel mit der E-Mobilitätsförderung ist es, bei den Neuzulassungen wirklich den Schwerpunkt zu verlagern in Richtung E-Mobilität."

Zusammensetzung der Förderung

Bei der Förderung eines neuen E-Pkw kommen 3.000 Euro vom Ministerium und 2.000 Euro von den Importeuren, so die Ministerin. Neben Autos sollen auch Zweirad-Fahrzeuge und der Ausbau der privaten Ladestationen stärker gefördert werden. So gibt es für E-Motorräder im nächsten halben Jahr 1.200 statt 1.000 Euro und für Elektro-Mopeds 800 statt 700 Euro.

Die Förderungen gelten für den Kauf eines neuen E-Fahrzeugs. Gebrauchtfahrzeuge sind von dieser Förderung nicht erfasst. Diese seien ja zu einem Gutteil bereits beim Erstkauf entsprechend gefördert worden, sagte Günther Kerle, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure, zu Begründung. Die Elektroauto-Förderung gibt es seit 2016.

Eine Voraussetzung für die Förderung ist der Kauf eines "E-Fahrzeugs mit 100 Prozent Strom bzw. Wasserstoff aus erneuerbaren Energieträgern", so das Ministerium. Bisherige steuerliche Begünstigungen für E-Fahrzeuge wie der Entfall der NoVA (Normverbrauchsabgabe) oder der Versicherungssteuer bleiben überdies aufrecht.

Ausbau der Infrastruktur für Elektro-Mobiltät

Neben den Fahrzeugen wird auch die Förderung für die Ladeinfrastruktur angehoben. Für Heimladestationen soll es demnach in Zukunft dreimal so viel Geld geben wie bisher, und zwar 600 statt 200 Euro. Auch in Mehrparteienhäusern wird eine E-Ladestation mit 1.800 statt mit wie bisher 600 Euro gefördert.

Ab 1. Juli ist die Antragstellung für die Förderung möglich. Dabei kann die Registrierung des Autos selbst aber auch schon vor dem Stichtag erfolgt sein, heißt es in den Unterlagen des Ministeriums. Die erhöhte Förderung gilt bis 31. Dezember 2020, es ist aber möglich, ein bestelltes Auto für die Förderung zu registrieren, auch wenn dieses erst im ersten Halbjahr 2021 ausgeliefert wird.

Der Umfang der E-Mobilitätsförderung beträgt für die Jahre 2019/2020 insgesamt rund 93 Mio. Euro. Wie viel von dem Zweijahresbudget noch übrig ist, bezifferte Gewessler auf Nachfrage nicht. Wie es im nächsten Jahr mit der Förderung weitergehe, darüber solle im Herbst erneut mit den Vertretern der Autoindustrie diskutiert werden, so die Ministerin.

Weiterer Bedarf geäußert

Autoimporteursvertreter Kerle zeigte sich mit den Maßnahmen zufrieden. "Mit der Aufstockung des E-Mobilitätsbonus ist uns eine gemeinsame Aktion gelungen, mit welcher wir ein positives Signal Richtung Zukunft und saubere Mobilität senden wollen. Dieser Schulterschluss zeigt, dass Klimaschutz und Automobilwirtschaft keineswegs Gegensätze darstellen", so der Branchenvertreter.

Allerdings wünscht er sich noch mehr Unterstützung in der Krisenzeit. Die Aufstockung sei keine Corona-Unterstützungsmaßnahme, "wie wir sie uns in Zeiten der Covid-19-Krise wünschen und auch dringend benötigen würden", so Kerle weiter. So seien Pkw im sich derzeit in Begutachtung befindenden Konjunkturstärkungsgesetz explizit von der degressiven Abschreibung ausgenommen. "Das grenzt an Diskriminierung und ist für uns nicht vertretbar. Die österreichische Automobilwirtschaft steht immerhin für 315.000 Arbeitsplätze und eine Bruttowertschöpfung von 26 Mrd. Euro," bemängelte Kerle.

Auch der Mobilitätsclub ÖAMTC äußerte sich generell zu den heute präsentierten Maßnahmen, wies jedoch auch auf noch nötige Maßnahmen hin. So müssten Ladetarife vergleichbar und transparent sein. Zudem müssten bürokratische Hürden für die Installation einer privaten Ladestation abgebaut werden. Wie Gewessler am Montag sagte, werde bereits mit Justizministerin Alma Zadic (Grüne) "mit Hochdruck" an Erleichterungen diesbezüglich gearbeitet.

Kritik an Plug-in-Hybrid-PKW-Förderung

Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) sieht indessen vor allem die Förderung der Ladeinfrastruktur positiv, kritisiert jedoch die Förderung der Plug-in-Hybrid-Pkw. Diese sei "aus Umweltsicht nicht zu rechtfertigen", hieß es in einer Aussendung des VCÖ. Zudem erneuerte der Klub seine Forderung nach einer Abschaffung der steuerlichen Vorteile für Diesel- und Benzin-Fahrzeuge. "Wenn aber weiterhin Dieseltreibstoff und die private Nutzung von Firmenwagen mit Verbrennermotor steuerlich begünstigt werden, wird die Wirkung der Kaufprämien für E-Fahrzeuge sehr geschwächt", sagte VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen laut Aussendung. "Zudem müssten bürokratische Hürden für die Installation einer privaten Ladestation abgebaut werden", sind sich ÖAMTC und der Bundesverband Elektromobilität (BEÖ) einig.

Neben Pkw sollen auch Zweirad-Fahrzeuge und der Ausbau der privaten Ladestationen stärker gefördert werden. So gibt es für E-Motorräder im Zukunft 1.200 statt 1.000 und für Elektro-Mopeds 800 statt 700 Euro. Für Heimladestationen soll es außerdem in Zukunft 600 statt wie bisher 200 Euro geben. Der Umfang der E-Mobilitätsförderung betrage für die Jahre 2019/2020 insgesamt 93 Mio. Euro.

Die Branchenvertreter zeigten sich über die Maßnahmen erfreut. "Mit der Aufstockung des E-Mobilitätsbonus ist uns eine gemeinsame Aktion gelungen, mit welcher wir ein positives Signal Richtung Zukunft und saubere Mobilität senden wollen", so Günther Kerle, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure, am Montag. Das Paket sei aber keine Corona-Hilfsmaßnahme, "wie wir sie uns in Zeiten der Covid-19-Krise wünschen und auch dringend benötigen würden", so Kerle.

(APA/Red.)

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