Dutzende Putin-Gegner in Moskau festgenommen

Die russische Polizei hat am Freitag vor einer nicht genehmigten Kundgebung in Moskau Dutzende Oppositionelle festgenommen, darunter den prominenten Politiker Eduard Limonow. Die rund 40 Oppositions-Anhänger wurden nahe des Triumphalnaja-Platzes in der Innenstadt brutal von Polizisten aufgehalten. Auf dem Platz sollte eine nicht genehmigte regierungskritische Kundgebung stattfinden.

Ein Sprecher der Opposition warf der Polizei “Willkür” vor und kündigte für August neue Proteste an. Einer der Festgehaltenen sagte dem Rundfunksender Moskauer Echo, die Polizisten hätten auf die Oppositionellen eingedroschen. Auf dem Platz sollte um 16.00 Uhr MESZ eine “Unmuts-Kundgebung” stattfinden, bei der die Teilnehmer die Ablösung von Präsident Medwedew und Regierungschef Putin fordern wollten. Die Stadtverwaltung hatte die Kundgebung mit der Begründung untersagt, dass auf dem Platz zeitgleich eine Sportveranstaltung stattfinden sollte.

Limonow konnte nach Angaben seines Sprechers gar nicht erst in die Nähe des Triumphalnaja-Platzes gelangen, weil er zuvor in der Stadt von Verkehrspolizisten aufgehalten wurde. Kurz darauf seien Sondereinheiten der Polizei eingetroffen und hätten Limonow und drei seiner Mitstreiter befragt. Der Moskauer Menschenrechtler Lew Ponomarjow bezeichnete das Vorgehen der Sicherheitskräfte, die mit einem Großaufgebot im Einsatz waren, als “völlig unangemessen”.

Die Moskauer Polizei bestätigte, es seien 47 Menschen festgehalten und befragt worden, darunter auch Limonow, der gemeinsam mit dem Ex-Schachweltmeister Garri Kasparow und dem früheren Regierungschef Michail Kasjanow zu den Führungspersönlichkeiten des Bündnisses Anderes Russland gehört. Knapp 200 Oppositionsanhänger und 50 Journalisten hätten an der Kundgebung teilnehmen wollen. Den Festgenommenen drohe eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz.

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