Durchbruch: Bohrer am Ziel

An der chilenischen Unglücksmine San Jose sind die Bohrungen für die Rettung der seit mehr als zwei Monaten eingeschlossenen 33 Bergleute am Ziel angelangt.
Rettung am Wochenende?
Schutzbrillen eingetroffen
Kumpel wollen Zusammenbleiben
Reihenfolge steht
Wohn- und Lazarettcontainer für Kumpel in Chile
Ablauf der Rettungsaktion
Aktuelle Bilder aus Chile

Der erste Rettungsschacht wurde in der Früh (Ortszeit) in Grundzügen fertiggestellt. Noch kann aber nicht aufgeatmet werden: Eine Sprengung steht bevor. Nach Angaben des verantwortlichen Ingenieurs müssen die Bergleute die Mündung des Schachts mit einer kleinen Explosion weiten, damit sie in den Fahrkorb einsteigen können. Bis die Bergleute zurück ans Tageslicht kommen, dürften noch mehrere Tage verstreichen.

“Wir müssen entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen, damit die Schockwellen der Explosion niemanden erreichen”, sagte der Ingenieur Andre Sougarret. Anschließend setzen Experten für jede Rettungsfahrt rund 90 Minuten an, die gesamte Aktion könnte damit bis zu zwei Tage dauern. Die Arbeiter sollen in einem Fahrkorb einzeln aus der Mine geborgen werden.

Laut chilenischem Senator Baldo Procurica standen die Rettungskräfte gegen Ende der Bohrung in ständigem Kontakt mit den Bergleuten, damit diese sich in sicherem Abstand vom Durchbruchspunkt aufhielten. Die letzten vier Meter Gestein durchstießen die Rettungskräfte mit besonderer Vorsicht, um einen Einsturz des Schachtes zu vermeiden.

Die Frist für den Start der Bergung hängt noch davon ab, ob der Schacht zur Stabilisierung mit Metall ausgekleidet werden muss. Bergbauminister Laurence Golborne sagte, nach dem Durchbruch könne es bis zum Beginn der Rettung noch zwischen drei und acht Tagen dauern. “Das ist keine einfache Entscheidung”, so Golborne über die mögliche Installation von Stahlrohren. Diese wögen mehr als 150 Tonnen und könnten schlimmstenfalls die Rettungskapsel blockieren. Andererseits könnten Stahlrohre verhindern, dass Felsbrocken in die Tiefe stürzen und so den Schacht blockieren. Der Minister sprach nach dem Durchbruch von einem wichtigen Erfolg: “Aber noch haben wir niemanden gerettet. Die Rettung ist erst dann abgeschlossen, wenn die letzte Person da unten die Mine verlassen hat.”

An der Oberfläche löste die Nachricht von dem Durchbruch bei Angehörigen der Kumpel und Rettungskräften großen Jubel aus. Mehr als tausend Journalisten wurden erwartet, um über die Rettung der 33 Bergleute zu berichten. Die Stimmung bei den auf dem Gelände der Mine campierenden Familien der Kumpel war seit Tagen zunehmend hoffnungsfroh. Chiles Präsident Sebastian Pinera sagte, sein Land werde in wenigen Tagen “vor Freude weinen”. Insgesamt graben die Rettungskräfte mit drei Bohrern einen Weg zu den Verschütteten. Die Arbeiten kamen rascher voran als zunächst angenommen.

san jose, chile

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