Durch Betrug zu Weihnachtsgeschenken für Sohn: Vater verurteilt

Um Weihnachtsgeschenke für seinen Sohn zu haben, wurde ein Mann zum Betrüger
Um Weihnachtsgeschenke für seinen Sohn zu haben, wurde ein Mann zum Betrüger ©Bilderbox (Sujet)
Trotz hoher Schulden und Arbeitslosigkeit wollte ein 39-jähriger Mann seinem Sohn das eine oder andere Weihnachtspackerl unter den Christbaum legen. Er entschied sich, gemeinsam mit der Mutter des Buben unter falschen Namen und Adressen bei Versandhäusern Geschenke zu bestellen. Nun landeten beide in Wien für den Betrug vor Gericht.

Ein 39-jähriger Mann ist am Freitag im Straflandesgericht wegen Betrug zu zwei Monaten bedingter Haft verurteilt worden. Er hatte gemeinsam mit seiner Freundin, der Mutter eines Buben, bei mehreren Versandhäusern Waren bestellt und dabei jeweils einen falschen Namen und eine nicht ganz korrekte Adresse – nämlich die eines Nachbarn – angegeben.

Wenig Geld, hohe Schulden

Der Mann musste mit einer Invaliditätspension und Schulden von 12.000 Euro auskommen. Weil er und seine beschäftigungslose Freundin, die mit 14.000 Euro in der Kreide stand, die Miete nicht bezahlen konnten, stand die Delogierung aus ihrer Wohnung bevor. In dieser angespannten Situation wollten sie im Vorjahr ihrem Kind wenigstens noch einen unbeschwerten Heiligen Abend ermöglichen. Ihre Lösung: Versandhaus-Betrug.

Betrug bei Versandhaus-Bestellungen

Das Paar bestellte daher innerhalb einer Woche eine Schultasche, Bekleidung und acht Kinder-DVDs im Gesamtwert von 343 Euro. “Ich hab’ mir gedacht, wenn eine Mahnung kommt, werd’ ich mit denen reden und eine Ratenzahlung vereinbaren”, sagte die 43-jährige Mutter im Grauen Haus. “Wie hätte eine Mahnung kommen sollen, wenn Sie einen falschen Namen und eine falsche Adresse angeben?”, stellte Richterin Hannelore Pilz fest.

Die Betrügereien flogen auf, weil der Nachbar, dessen Adresse das Paar verwendet hatte und den sie gebeten hatten, die Pakete für sie zu übernehmen, stutzig wurde, als der Briefträger ihm das dritte, an einen ihm namentlich unbekannten Empfänger gerichtete Packerl in die Hand drückte. Er ging zur Polizei und erstattete Anzeige – der Betrug flog auf.

Strafe: Zwei Monate auf Bewährung

Der 39-jährige Angeklagte war mit der über ihn verhängten Bewährungsstrafe einverstanden. Da seine Lebensgefährtin (Verteidiger: Normann Hofstätter) im Unterschied zu ihm keine Vorstrafen aufwies, kam sie mit einer Diversion und ohne Strafe davon.

Falls sie in den nächsten zwei Jahren die noch offene Summe – einen Teil des Schadens hat das Paar mittlerweile gut gemacht – an die Gläubiger bezahlt, gilt sie trotz dem Betrug weiterhin als gerichtlich unbescholten.

(apa/red)

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