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"Dunkles Wien" zeigt Orte des Schreckens und Verbrechens

"Dunkles Wien" beleuchtet die Schattenseiten der Hauptstadt.
"Dunkles Wien" beleuchtet die Schattenseiten der Hauptstadt. ©pixabay.com (Sujet)
Wien ist nicht nur ein Ort der Lebensfreude, es gibt auch Schattenseiten. Im Buch "Dunkles Wien" von Robert Bouchal und Johannes Sachslehner, werden diese thematisiert.

Wien, Wien, nur Du allein... Wenn nicht gerade der Coronavirus-Virus die Donaumetropole lahmlegt, präsentiert sie sich gerne als weinselige und kulturbeflissene Musik- und Theaterstadt mit jeder Menge Geschichte. Dass diese aber nicht immer nur staatstragend, gar heroisch oder glanzvoll war, zeigt ein neues Buch im Styria-Verlag: "Dunkles Wien" von Robert Bouchal und Johannes Sachslehner.

Wien: Suche nach "Orten des Schreckens und Verbrechens"

Die beiden Autoren haben sich auf die Suche nach "Orten des Schreckens und der Verbrechen" gemacht. Dabei sind sie etwa akribisch längst vergessenen Mordfällen nachgegangen, wie jenen, die sich in der heutigen Bankgasse ereigneten, wo bis 1818 ein Gebäude mit dem vielsagenden Namen "Zu den fünf Morden" stand. Hier hatte um 1500 ein Bäckergeselle aus Habgier seinen Meister und dessen Familie ausgerottet. Die Tat musste er später bitter büßen: "Man hackte ihm nacheinander die zehn Finger ab, zwickte ihn mit glühenden Zangen und schleifte ihn dann an ein Pferd gebunden auf die Gänseweide, wo er vom Henker gepfählt wurde."

Während Erzählungen wie diese eher an ein blutrünstiges Sagenbuch aus lange vergangenen und daher fast schon unwirklich wirkenden Tagen erinnern, führen die meisten anderen an Orte oder deren Fragmentspuren, die heute noch - wenn auch oft mit großen Mühen - besucht werden können. Manche sind einer breiteren, geschichtsinteressierten Öffentlichkeit durchaus geläufig. Das frühere Hotel Metropole am Morzinplatz etwa, wo zur Zeit des Nationalsozialismus die Gestapo-Büttel des verbrecherischen Regime von Diktator Adolf Hitler amtierten, oder die ebenfalls aus dieser Zeit berüchtigte Nervenklinik am Spiegelgrund (Baumgartner Höhe), wo behinderte Kinder für Forschungszwecke missbraucht und getötet wurden.

Sie führen aber auch in weitgehend unbekannte und daher umso geheimnisvollere Verliese - etwa unter dem Palais Chotek in Wien-Alsergrund -, in ehemalige Luftschutzkeller oder die frühere "k.k.-Weiberstrafanstalt" in Wiener Neudorf. Die Autoren durchsuchten uralte Gewölbe, zwängten sich durch enge Schächte, besuchten und fanden verborgene Räume: vergessenen Klosterkerker, ehemalige Zuchthäuser und im kollektiven Gedächtnis längst vergessene bzw. verdrängte Hinrichtungsstätten oder KZ-Außenlager.

"Von der Stadt im Licht der Lebensfreude zu einem Ort des Schreckens"

"Das Dunkle Wien erzählt von Orten und Plätzen, die im Dunklen geblieben sind. Und es berichtet von Menschen, deren Schicksal sich in oft tragischer Weise mit diesen Orten verbunden hat. Von Menschen, für die Wien sich verwandelte: von der Stadt im Licht der Lebensfreude zu einem Ort des Schreckens. Von Opfern, die keine Chance hatten, ihr Leid und ihren Schmerz für die Nachwelt zu artikulieren. Von Ausgestoßenen und Verachteten, die namenlos dem Vergessen anheim fielen. Von Eingesperrten und Weggesperrten, die kaum Hoffnung hatten, jemals wieder ein Leben in Freiheit und Selbstbestimmtheit führen zu können", skizzieren die beide Autoren zu Beginn des Buchs ihr Vorhaben.

Die packend geschriebenen Reportagen belegen, dass ihnen selbiges gelungen ist. Und selbst für passionierte Wien-Kenner bringen Bouchal und Sachslehner auch dank profunder und ausführlicher historischer Ausführungen Licht in das eine oder andere dunkle Detail der Bundeshauptstadt.

(APA/Red)

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