Druck auf Putschregierung in Honduras wächst

Zelaya-Anhänger ignorieren Ausgangssperre
Zelaya-Anhänger ignorieren Ausgangssperre ©APA (epa)
Die seit dem Sturz von Präsident Zelaya in Honduras bestehende Übergangsregierung gerät immer stärker unter internationalen Druck. Der Lateinamerika-Afrika-Gipfel forderte die Wiedereinsetzung Zelayas. Die EU kündigte an, zur Beilegung der Krise ihre Botschafter im Land wieder einzusetzen. Trotz Ausgangssperren gingen tausende Zelaya-Anhänger auf die Straße, dieser rief zum Protest am Sonntag auf.

Die Staats- und Regierungschefs des Gipfels seien “zutiefst besorgt” über die Lage in Honduras, hieß es in einer vom venezolanischen Präsidenten Chavez am Samstag verlesenen Erklärung. Darin fordern die Länder die “sofortige Wiedereinsetzung des verfassungsgemäß gewählten Präsidenten” Zelaya und mahnen die Übergangsregierung zur Einhaltung der Wiener Konvention über diplomatische Beziehungen und die Immunität von Diplomaten von 1961.

Die schwedische EU-Ratspräsidentschaft betonte am Samstag in Brüssel, eine Anerkennung der Putschregierung sei mit der Rückkehr der Botschafter nicht verbunden. Die Rückkehr der Diplomaten sei wichtig für die “Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung und einen demokratischen Prozess in Honduras”.

In der Hauptstadt Tegucigalpa zogen am Wochenende tausende Anhänger von Zelaya unweit der brasilianischen Botschaft vorbei, wo sich der gestürzte Präsident seit seiner heimlichen Rückkehr am Montag aufhält. Hunderte Unterstützer fuhren in langen Autoschlangen durch die Hauptstadt, schwenkten honduranische Fahnen und riefen “Danke, Brasilien”.

Zelaya rief aus der vom Militär belagerten Botschaft heraus für Sonntag zu einem “finalen Protestzug” durch die Hauptstadt auf. Im ganzen Land müsse der “Widerstand mobilisiert” werden, um gegen die Putschregierung unter dem Vorsitz von Ex-Parlamentspräsident Micheletti zu protestieren, erklärte Zelaya.

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