Dritter Verhandlungstag im Israilov-Prozess

Der Israilov-Prozess geht weiter
Der Israilov-Prozess geht weiter ©APA (Pfarrhofer)
Dritter Verhandlungstag im Prozess um den am 13. Jänner 2009 in Wien-Floridsdorf erschossenen tschetschenischen Flüchtling Umar Israilov: Anstatt an die Einvernahme des Hauptangeklagten Otto K., der das Verbrechen angeblich im Auftrag des tschetschenischen Präsidenten Kadyrow geplant haben soll, anzuknüpfen, wurde am Donnerstag der Drittangeklagte Turpal-Ali Y. befragt.
Israilov Prozess Fotos
Tatzeugen einvernommen
Zeuge glaubte an Filmdreh

Turpal-Ali Y. wurde laut Anklage erst am Vorabend der Bluttat angeworben und hätte dann gemeinsam mit dem flüchtigen Letscha B. Israilov überwältigen und entführen sollen. Dieser präsentierte sich den Geschworenen als “Unschuldslamm”. Er sei nur deshalb zu Israilovs Adresse gefahren, weil ihn der Zweitangeklagte Suleyman D. darum gebeten habe: “Die Tschetschenen sind ein kleines Volk, da hilft man sich gegenseitig.” Er wäre, hätte man ihn darum ersucht, “auch zu seiner Hochzeit gefahren”, sagte der 31-Jährige.

Staatsanwalt Leopold Bien glaubt beweisen zu können, dass Turpal-Ali Y. in den Plan, Israilov zu entführen, eingeweiht war und dazu bestimmt wurde, diesen zu überwältigen. Der Versuch, sich des 27-Jährigen zu bemächtigen, schlug jedoch fehl, worauf der 31-Jährige und Letscha B. laut Anklage Pistolen zogen und mehrere Schüsse auf Israilov abgaben. Dieser wurde von drei Projektilen getroffen. In Letscha B., dem es gelungen war, sich nach der Bluttat nach Tschetschenien abzusetzen, wo er dem Vernehmen nach mittlerweile eine Polizeieinheit anführen soll, sieht Bien den Todesschützen.

Gelegenheit, den Drittangeklagten im Detail mit belastendem Material zu konfrontieren, bekam der Staatsanwalt vorerst aber keine. Gegen Mittag wurde die Einvernahme des Mannes nämlich unterbrochen, um die ersten Zeugen in den Zeugenstand zu bitten. Zu diesem Zeitpunkt war der Zweitbeschuldigte Suleyman D. – abgesehen von einem kurzen Eingangsstatement – noch gar nicht zu Wort gekommen. Am Donnerstagnachmittag sollten die Befragungen von Otto K. und Turpal-Ali Y. fortgesetzt werden.

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