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Dreister Betrug bei Wiener Wohnen: Prozess nach falschen Mietvorschreibungen

Prozess wegen dreistem Betrug bei Wiener Wohnen.
Prozess wegen dreistem Betrug bei Wiener Wohnen. ©APA/ROBERT PARIGGER (Symbolbild)
Anfang 2023 sind rund 150 Mieterinnen und Mieter in Wiener Gemeindebauten auf eine besonders perfide Betrugsform hereingefallen.

In ihren Briefkästen fanden sich neue Mietvorschreibungen. Dabei wurde der Eindruck erweckt, Wiener Wohnen habe den Zins mit Jahresbeginn erhöht. Es handelte sich allerdings um reine Fälschungen, das auf den beiliegenden Erlagscheinen angegebene Konto gehörte einem 20-Jährigen, der sich ins Darknet begeben hatte, "um schnell zu Geld zu kommen".

Junger Mann wurde am Landesgericht verurteilt

Das erklärte der junge Mann am Dienstag einem Schöffensenat am Landesgericht, wo er wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs als Beteiligter und Geldwäscherei mit einer Schadenssumme von 80.000 Euro rechtskräftig zu 18 Monaten bedingter Haft verurteilt wurde. Er habe sich in einer "familiären Ausnahmesituation" und in einer "finanziellen Notlage" befunden und im Darknet eine Möglichkeit gesucht, um sich aus der Klemme zu befreien, legte der Angeklagte dar. Dabei stieß er eigenen Angaben zufolge auf Kriminelle, die ihn mit der Aussicht auf einen unkomplizierten Zuverdienst köderten. Deren Masche war es, zunächst per Post zugestellte Rechnungen aus Briefkästen von Wiener Wohnen-Mietern abzufangen. Die Kuverts wurden geöffnet, die Daten der Geschädigten übernommen, neue Schreiben verfasst, wobei als Empfängerkonto die IBAN und BIC des 20-Jährigen angegeben waren, und wieder in den Postlauf gebracht.

Dem 20-Jährige wurde dann aufgetragen, das auf seinem Konto eingegangene Geld auf Kryptowährungskonten zu transferieren. Einen vergleichsweise geringen Teil - 2.400 Euro - durfte er sich abheben und behalten.

Massiver Betrug bei Wiener Wohnen

"Das, was in der Anklageschrift steht, stimmt", legte der bisher unbescholtene 20-Jährige ein umfassendes Geständnis ab. Seine Absicht sei gewesen, "auf eine saubere Art schnelles Geld zu verdienen. Ich dachte mir nicht, dass das so groß (bezogen auf den angerichteten Schaden, Anm.) wird." Für eine erste Testüberweisung und die Geld-Transaktionen hatte er sich einen gleichaltrigen Freund mit ins Boot geholt, der als Beitragstäter - ebenfalls rechtskräftig - zwölf Monate bedingte Haft ausfasste. Auf die Frage, weshalb er mitgemacht habe, erklärte der Mittäter: "Er (der Hauptangeklagte, Anm.) ist nicht der hellste Stern am Himmel." Er habe diesem erst einmal erklären müssen, "wie Kryptowährungen funktionieren".

Von den Hintermännern, die sich die Masche ausgedacht hatten, fehlt bisher jede Spur. Am Konto des 20-Jährigen wurden rund 53.000 Euro sichergestellt, als er und sein Komplize Ende Jänner 2023 festgenommen und für kurze Zeit in U-Haft genommen wurden. Dieses Geld bekommen die Geschädigten anteilsmäßig zurück, hinsichtlich der darüber hinausgehenden Summen wurde den beiden 20-Jährigen zu ungeteilter Hand Schadensgutmachung aufgetragen.

(APA/Red)

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