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Drei Jahre, eines unbedingt

Ein laut seines Anwalts „besonders unprofessioneller“ Bankräuber musste sich nun vor dem Wiener Landesgericht für einen Überfall auf eine BAWAG am 28. August des vergangenen Jahres verantworten.

Nachdem der 21-Jährige trotz einer erdrückenden Beweislast samt passenden DNA-Spuren das Verbrechen gegenüber der Polizei stets geleugnet hatte, zeigte er sich vor Richterin Beate Matschnig geständig. „Es war der größte Blödsinn, es tut mir so leid“, gab er sich reumütig. Von den Geschworenen wurde er schließlich wegen „normalen Raubes“ zu drei Jahren Haft, davon eines unbedingt, verurteilt. Der Schiedspruch ist noch nicht rechtskräftig.

Die Frage, die nach dem Geständnis von den Geschworenen noch zu klären war, war, ob der Täter bei dem Überfall eine scharfe Waffe oder – wie er beteuerte – „eine Spielzeugpistole vom Flohmarkt“ verwendet hatte. Für seinen Anwalt Gunther Gahleithner war dies eindeutig. Sein Mandant sei bei dem Überfall derartig unprofessionell vorgegangen, dass er nicht in der Lage gewesen ist, an eine richtige Waffe heranzukommen. Die Staatsanwaltschaft sah das naturgemäß anders: Der 21-Jährige könnte mit der Behauptung vorrangig versuchen, einer Verurteilung wegen „schweren Raubes“ zu entgehen.

Besonderes Geschick konnte man dem Angeklagten wirklich nicht unterstellen. Nachdem er nach einer Entlassung als Kellner in Geldnot geraten war, hatte er sich entschlossen, eine Bank zu überfallen. „Ich weiß nicht mehr, warum ich das gemacht habe. Das war der größte Blödsinn“, so der 21-Jährige kleinlaut. Als Ziel hatte sich der Mann genau die Bawag-Filiale unweit der elterlichen Wohnung ausgesucht, bei der er bereits sein Hauptschulsparbuch gehabt hatte. Als Fluchtfahrzeug hatte ein Mietauto gedient, das sofort zu ihm geführt hatte, nachdem sich ein Angestellter der Bank das Kennzeichen notiert hatte. Zudem gab er dem Kassier für das Geld ein Sackerl, das laut dem Anwalt so auffällig ist, „dass es das nur einmal auf der Welt gibt“.

Mit den rund 12.000 Euro Beute von dem Überfall bezahlte der junge Mann einen BMW, den er bereits vor dem Überfall in einem Geschäft in Innsbruck erstanden hatte. „Ich wollte eigentlich mein altes Auto verkaufen und mit dem Geld den BMW bezahlen, aber ich hatte dann einen Unfall mit Totalschaden“, klagte der 21-Jährige. Nach seiner Festnahme leugnete er hartnäckig, die Tat begangen zu haben. „Ich habe mich so geschämt – vor meinen Eltern und vor meiner Freundin.“ Als aber selbst ein von ihm angestrengter DNA-Test klar gegen ihn ausfiel, dürfte der 21-Jährige seine ausweglose Situation eingesehen haben.

Anwalt Gahleithner war um Schadensbegrenzung bemüht: Nicht nur würde der erstandene BMW wieder verkauft werden, um die Schuld abzugelten, die Eltern hätten auch “3.000 Euro gespart“, falls nicht die ganze Summe erzielt werden könne. Zudem legte der Advokat eine Garantie eines „seriösen Bauunternehmens“ vor, das sich bereit erklärt hat, den jungen Mann einzustellen. Das Opfer versprach ebenfalls Besserung: „Ich will brav sein.“

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