Dorotheum: 2008 brachte 108 Millionen Euro Umsatz

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In Zeiten der Unruhe auf dem Kunstmarkt veröffentlichte das Dorotheum beschwichtigende Zahlen aus dem Jahresrückblick. 108 Millionen Euro Umsatz brachten die Auktionen 2008, nach dem Rekord von 2007 - mit 123 Millionen Euro - bisher das zweitbeste Ergebnis.

Vor allem das verstärkte internationale Interesse mache sich bemerkbar, in Russland und China wurde das Auktionshaus auch auf Kunstmessen aktiv.

Höhepunkt des Auktionsjahres war das heiß umkämpfte “Mädchen mit Strohhut” von Friedrich von Amerling: Das aus dem Belvedere restituierte Gemälde ging nach heftigen Bietgefechten um 1,5 Millionen Euro an das Liechtenstein Museum. Appelle der Direktoren der Bundesmuseen an Kulturministerin Claudia Schmied (S), das Bild zurückzukaufen, waren zuvor ins Leere gegangen. Auch den zweithöchsten Zuschlag des Jahres gab es für ein Gemälde des 19. Jahrhunderts: Giovanni Boldinis Portät der Schauspielerin Alice Regnault brachte 398.300 Euro.

“Keine Sensationen, aber viele sehr gute Ergebnisse”, lautet das Resümee sowohl bei den Alten Meistern, als auch bei moderner und zeitgenössischer Kunst. Für ein Stillleben von Willem Kalf wurde auf 467.300 Euro gesteigert, Girolamo Macchiettis “Madonna mit Kind und Johannesknaben” war einem Liebhaber 398.300 Euro wert. Und selbst Ende November schmerzte die Krise nicht: Spitzenreiter der “Klassischen Moderne” war der Weltrekordpreis von 375.000 Euro für Kolo Mosers “Frühling”, gefolgt von Giorgio de Chiricos “Piazza d’Italia” (260.300 Euro).

Die Gunst von Fans war dem Dorotheum bei zwei speziellen Auktionen zu zwei speziellen Diven sicher: Der Nachlass der Opernsängerin Elisabeth Schwarzkopf brachte 160.600 Euro zugunsten von SOS-Kinderdorf und der St. Anna Kinderkrebsforschung, das “Bettelarmband” von Romy Schneider sorgte rund um ihren 70. Geburtstag für ein Bietgefecht zwischen Liebhabern und erreichte 29.600 Euro.

Das Engagement in Richtung China und Russland verstärkte das Dorotheum 2008 einerseits durch die Implementierung der Homepage in diesen beiden Sprachen, andererseits durch Präsenz bei den Kunstmessen “Mocow World Art Fair” und “Shanghai Contemporary”. Eine Vorbesichtigung der dritten Auktionswoche in Moskau fand in Zusammenarbeit mit der Stella Art Foundation statt, die erst im Oktober russische Gegenwartskunst im Wiener Kunsthistorischen Museum zeigte. Ausgeweitet wird 2009 auch in Italien: Im Palazzo Colonna in Rom eröffnet eine weitere Repräsentanz des Auktionshauses.

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