Doppelschlag mit Konfliktpotenzial

Bild: EPA
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Das Finale des größten Produkt-Launches in der Geschichte von Microsoft ist eingeläutet. Bill Gates persönlich hat den Startschuss zum Verkauf von Vista und Office 2007 gegeben.

Akkordiert mit der weltweiten Marketingkampagne fasste Gates sein persönliches Vista-Erlebnis auf dem New Yorker Times Square mit einem Wort zusammen: “Wow.” Aber auch in Europa haben die Microsoft-Festspiele bereits am Vorabend des Verkaufsstarts mit zahlreichen Pressekonferenzen begonnen. So auch in Wien, wo der Geschäftsführer von Microsoft Austria, Herbert Schweiger, von einem erhebenden Moment sowie einem neuen Zeitalter sprach.

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Ähnlich, wenn auch in negativer Umkehr, sieht das naturgemäß die Konkurrenz, die sich pünktlich zum Verkaufsstart verstärkt bemüht, die Europäische Kommission ins Spiel zu bringen. So zeigt sich das European Committee für Interoperable Systems (ECIS) http://www.e-c-i-s.org davon überzeugt, dass Microsoft mit Vista die “illegalen Geschäftspraktiken fortführt, die von der Europäischen Kommission bereits vor drei Jahren beanstandet wurden”. Von der gestrigen Aussage aus dem Büro der Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes, man sei dabei die Beschwerde zu prüfen, will man sich bei Microsoft die Party aber nicht verderben lassen. “Unser Gesprächsklima ist sehr gut”, so Microsoft-Sprecher Thomas Lutz auf Anfrage von pressetext. Die Kritik des ECIS, das Unternehmen wie IBM, Adobe und Sun Microsystems vertritt, bezeichnete er als “Aufwärmen von Vorwürfen, die über ein Jahr alt sind”.

Bei der Vermarktung der neuen Produkte setzt Microsoft auf zentrale Botschaften. Einfacher, sicherer und unterhaltsamer sollen Vista und Office 2007 sein. Auffallend dabei ist, dass die propagierten Verbesserungen des Vista-Systems vor allem anhand engmaschiger Verknüpfungen mit den ebenfalls überarbeiteten Microsoft-Applikationen wie dem Internet Explorer 7, Windows Media Player, Office oder Outlook demonstriert werden. Inwiefern das neue Betriebssystem auch bei der Nutzung alternativer Softwareanbieter einen “Wow-Effekt” hinterlässt, bleibt abzuwarten. “Das liegt zu einem Großteil auch an den Software-Herstellern selbst. Die Schnittstellen sind jedenfalls offen zugänglich”, sieht Lutz die Pflicht von Microsoft erfüllt.

Ein zentrales Vista-Element bildet neben der effizienteren Suche und Organisation von Dateien und Programmen aller Art vor allem der Umgang mit Multimedia-Inhalten. Dem Trend zum digitalen Lifestyle trägt Microsoft dabei mit einem neu entwickelten Media Center Rechnung, dass zur Dia- und Videovorführung ebenso geeignet ist wie zur Aufnahme von TV-Material über Kabel oder digitalen Empfang. Die noch stärkere Verknüpfung mit dem Internet und Online-Diensten zeigt sich vor allem an der neuen Windows Sidebar, die Apple-ähnlich einer Reihe von Minianwendungen Platz bieten.

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