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Don Jon - Trailer und Kritik zum Film

Eine Traumfrau a la Scarlett Johansson im eigenen Bett und trotzdem täglich vor dem Laptop selbst Hand anlegen? Für Jon Martello kein Widerspruch. Alle Spielzeiten auf einen Blick

US-Schauspieler Joseph Gordon-Levitt gibt in seinem frechen Regiedebüt “Don Jon” den prolligen Pornosüchtigen und will damit das Bild einer verseuchten Medienkultur zeichnen, die Frauen zu Sexobjekten und Männern zu beziehungsgestörten Widerlingen macht. Von zahlreicher Wiederholung und vorhersehbarer Läuterung abgesehen, gelingt ihm das auf durchaus unterhaltsame Art und Weise. Ab Freitag im Kino.

Don Jon: Die Geschichte

Wie ein Mantra betet Jon Martello (Gordon-Levitt) seine wichtigsten Lebensinhalte herunter: “Mein Körper, meine Bude, meine Karre, meine Familie, meine Kirche, meine Kumpels, meine Mädels und meine Pornos.” Während der regelmäßigen Fitnessroutine sind dann die zehn “Vater Unser” und “Ave Maria” dran, die er sich jeden Sonntag bei der Beichte wegen exzessiven Pornokonsums und vorehelichen Geschlechtsverkehrs in der Kirche abholt. Als die attraktive Barbara Sugarman (Scarlett Johansson) in sein Leben tritt, schwört der von seinen Freunden “Don Jon” genannte Aufreißer zwar anderen Frauen, nicht aber seinen Internetpornos ab. Als seine Angebetete ihn dabei erwischt, ist die Beziehung vorbei. Und Jon muss erst auf die reifere, aber traumatisierte Esther (Julianne Moore) treffen, um Sex fernab des World Wide Web schätzen zu lernen.

Das Phänomen hinter “Don Jon” prägt eine ganze Generation: Blieb Männern früher zur “Inspiration” nicht mehr, als unter der Matratze versteckte “Playboy”-Magazine, sind die heute Anfang-Zwanziger mit einem unlimitierten Zugang zu Pornos im Internet aufgewachsen. Was das zur Folge haben kann, zeigt “Don Jon” deutlich: Das Gesehene wird als Non plus Ultra hergenommen, Sex mit realen Frauen kommt da nicht heran. Die schnelle, selbstbestimmte Befriedigung vor dem Laptop sei eben prickelnder als Vorspiel und Missionarsstellung mit der Traumfrau, sagt Jon. So explizit seine Offenbarungen in der Off-Erzählung sind, so sparsam geht Gordon-Levitt in seinem Erstlingsfilm mit Mut und Freizügigkeit in bewegten Bildern um. Die Folge: Illustrationen in Dauerschleife, vom mehrfachen Taschentusch-Wurf in den Mülleimer bis zur aufpoppenden Porno-Startseite im Web.

Don Jon: Die Kritik

Regie- und Autorendebütant Gordon-Levitt “wollte erzählen, wie Menschen sich gegenseitig zu Objekten degradieren” – und stellt dabei die These auf, dass Hollywood-Romanzen genauso dazu beitragen wie Pornos. Sieht sich Jon doch einer von Filmen nicht minder verklärten Frau gegenüber, die ihren Partner so hinbiegen will, dass er in ihre von Liebesfilmen geprägten Vorstellungen passt. Neu ist das alles nicht, und während “Don Jon” mit seiner Gesellschaftskritik nur an der Oberfläche kratzt, mutet er eindimensional und misanthropisch an.

Vor allem für die, die sich im fragwürdigen Don Juan wiederfinden, dürfte “Don Jon” aber kurzweilige Unterhaltung sein. So blüht etwa Scarlett Johansson als unentwegt Kaugummi kauende Tussi mit Jersey-Akzent wahrlich auf. Und lässt man die stereotypische Darstellung von Italoamerikanern beiseite, ist Tony Danza (“Wer ist hier der Boss?”) als fluchendes, muskelbepacktes Familienoberhaupt ein wahres Highlight. Der Apfel fällt also nicht weit vom Stamm – und sexuell verwirrte Männer gab es schon lange vor Internetpornos.

(APA)

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