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Dogfights für Zwischendurch

Der Krieg am Balkan hat eine Generation geprägt und er war alles andere als ein "sauberer" Krieg. Dennoch wird das Thema nun, wenn auch in etwas veränderter Form in einem Video-Actionspiel verarbeitet.

Die beliebte Ace Combat Flugzeugsim-Serie erweitert sich somit um „Belkan War“ Mitte der Neunziger überfällt ein fiktives Belkan-Regime in hinterhältigen Invasionsakten seine Nachbarn und stürzt die ganze Region in den Krieg. Auf der Seite der ebenso fiktiven Nation Osea – Parallelen zur USA wohl nur rein zufällig – stürzt sich eine mutige Truppe von Luftsöldnern in den Konflikt. In der Haut eines Piloten der Osea bekämpft man fortan Luft und Bodenstreitkräfte und kommt der Befreiung der Region während der insgesamt 20 Missionen immer näher. Dabei müssen nicht nur reine Angriffseinsätze gegen Luft und Bodenziele geflogen, sondern auch Eskort-Aufträge durchgeführt werden. Der Handlungsstrang spinnt sich um die Geschichte der beiden Piloten Pixy und Cipher, die von einem Erzähler rückblickend betrachtend präsentiert wird.

Fun mit Frustmomenten

Belkan War gibt sich wie die der Serie typischen Folgen mit einer unkompliziert angenehmen Mischung aus Action und Simulation. Die Einsätze sind aber auf Action und unkomplizierten Einstieg getrimmt und sollen Spaß machen, allzu großen Wert auf korrektes Flugverhalten wird nicht gelegt. Dem gegenüber stehen aber manchmal der knackige Schwierigkeitsgrad und das Fehlen von Speicherfunktionen während einer Mission. Dadurch wird die Spieldauer etwas in die Länge gezogen, und es kann manchmal frusten, wenn man ein und dieselbe Mission mehrmals zocken muss, weil das Ass, das am Ende des halbstündigen Levels auftaucht, einfach knallhart ist. Da hilft dann die eigentlich überzeugende KI der Wingmen auch nix mehr.

Da glüht die PS2

Technisch macht Belkan War einiges her und holt wohl die letzten Quäntchen Leistung aus der PS2. Nahezu Fotorealismus bei den Bodentexturen, coole Waffeneffekte und volumetrischer Rauch und eine schlichtweg umwerfende Soundkulisse mit brachialen Explosionen und stimmigem Bordfunk tragen zur Atmosphäre bei. Die Flugzeugmodelle sind sehr detailliert, der Sammelfaktor hoch. Bei abgeschlossenen Missionen winken nämlich Credits, mittels derer neue Flieger gekauft werden können, die sich im Flugverhalten allerdings nicht wesentlich von ihren Pendants aus anderen Flugzeugschmieden unterscheiden. Auch „Goodies“ wie spezielle Waffensysteme lassen sich damit kaufen – Need for Speed lässt grüßen. Wichtig bei einer Arcade-Sim: Die Steuerung der Flieger ist sehr intuitiv und einfach und voll auf unkomplizierten Spaß ausgelegt. Realismusfreaks mögen darüber die Nase rümpfen, dass bei haarsträubenden Flugmanövern auf spaßtötende Physik verzichtet wird.

Solo für Drei

Frust kommt eigentlich nur wegen des wohl regelbaren Schwierigkeitsgrades auf. Aber das Speicherpunktsystem solcher Titel steht eigentlich dem Arcadeprinzip entgegen, da es oft mehr in Fleißarbeit, denn in Spielspaß ausartet. Den durchaus fähigen zwei Wingmen erteilt man via Digipad Anweisungen, gewisse Ziele anzugreifen, oder einem den Rücken freizuhalten – bei der Menge an Gegnern oftmals lebensnotwendig.

Gemeinsam Einsam

Ace Combat war zwar immer schon etwas für Solisten, doch beim vermutlich letzten Teil für die gute alte PS2 spendierte Sony der Serie einen kleinen Höhepunkt in Form eines Multiplayermodus. Dabei tritt man im Splitscreen Modus gegen einen Kollegen an, einen Online Modus werden manche Flight-Action Fans aber auch hier schmerzlich vermissen.

Fazit: Unkompliziertes arcadelastiges Flugsimgame mit vermeidbaren Frustmomenten. Einer der derzeit technisch brilliantesten Titel für die gute alte Playstation 2. Für Fans der Ace Combat Serie ein Muss – wenn auch vor einem zeitgeschichtlich fragwürdigen Hintergrund.

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