DJ wegen Missbrauchs von Jugendlichen verurteilt

Ein 34 Jahre alter DJ und Eventmanager aus Klagenfurt ist am Montag im Landesgericht Klagenfurt unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs von minderjährigen Buben und Jugendlichen schuldig gesprochen worden. Der Schöffensenat verurteilte ihn zu zweieinhalb Jahren unbedingter Haft. Der Mann war zu den ihm vorgeworfenen Taten großteils geständig. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.


Die aktuelle Verhandlung ist bereits die dritte einschlägige Verurteilung für den Kärntner. Zum Schutz der acht Opfer fand die Verhandlung zum Großteil unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Einvernahme des Angeklagten war noch öffentlich. Staatsanwältin Sandra Agnoli hatte ihm vorgeworfen, seinen Opfern auch Cannabis gegeben zu haben und ihnen Ausweise gefälscht zu haben, auf denen sie älter waren, als es tatsächlich der Fall war. Außerdem soll er kinderpornografische Foto- und Videoaufnahmen von seinen Opfern bekommen und diese teilweise mit einem Bekannten getauscht haben. Seine Opfer bezahlte der DJ für den Missbrauch. 100 bis 500 Euro bekamen sie jedes Mal. Die Taten sollen sich in Klagenfurt und in Lienz abgespielt haben.

Der Angeklagte sagte zu seiner Verteidigung, die Sexualkontakte mit den Minderjährigen seien einvernehmlich gewesen. Er stritt ab, seinem Bekannten kinderpornografisches Material überlassen zu haben. Dieser habe sich mit ihm anfreunden wollen und deshalb an ihn Material weitergegeben. Einen gegenseitigen Austausch habe es aber nicht gegeben. Ein psychiatrischer Sachverständiger hatte dem Angeklagten attestiert, sich stark zu jugendlichen Männern hingezogen zu fühlen. Aber es liege keine Geisteskrankheit im Sinne des Gesetzes vor.

Als Zeuge sagte auch ein heute 27 Jahre alter Kärntner aus, der angab, im Jahr 1997, als damals elfjähriger Nachbarbub vom damals 18-jährigen Angeklagten mehrmals missbraucht worden zu sein. Er sei vom Angeklagten mit Computerspielen gelockt worden und habe nach jedem der Übergriffe 1.000 Schilling bekommen. Der Zeuge sagte, er leide noch heute unter Schlafstörungen und könne keine Beziehungen aufbauen. Der Angeklagte bestritt diese Vorwürfe.

Staatsanwältin Agnoli forderte eine unbedingte Freiheitsstrafe. Der Angeklagte sei zwar geständig, bereue aber seine Taten nicht. Der Verteidiger sagte, sein Mandant habe sich intensiv mit seinen Taten auseinandergesetzt und sei sich bewusst, dass er “etwas Grobes und Entsetzliches” getan habe. Der Angeklagte habe “versprochen”, keine Minderjährigen mehr zu missbrauchen, sagte der Anwalt.

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