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Divergent - Die Bestimmung - Trailer und Kritik zum Film

Die dunkelblonden Haare im festen Knoten. Dazu graue Kluft mit Pullover über dem langen Rock. Das ist Beatrice, Hollywoods neue Heldin, gespielt von Shailene Woodley. Alle Spielzeiten auf einen Blick

Natürlich bleibt sie in der Bestsellerverfilmung “Die Bestimmung – Divergent” nicht die graue Maus, sondern wandelt sich in die furchtlose Tris, die von fahrenden Zügen und hohen Wolkenkratzern springt. Ab Donnerstag im Kino. Ist Woodley Hollywoods nächste Jennifer Lawrence? Ähnlichkeiten gibt es genug, zumindest auf den zweiten Blick. Wie Lawrence in “Die Tribute von Panem” als Katniss Everdeen in die Kampfarena steigt, so wird auch Woodleys Figur in den Überlebenskampf geschickt. Vorlage für “Die Bestimmung – Divergent” ist die Bestseller-Trilogie der jungen US-Autorin Veronica Roth, die sich mit 20 Jahren den ersten Roman ausdachte, auch ihre beiden weiteren Teile sollen verfilmt werden.

Divergent – Die Bestimmung: Die Geschichte

Wie Katniss bei den “Hungerspielen” lebt auch Tris in einer postapokalyptischen Welt. “Die Bestimmung – Divergent” spielt in Chicago, hundert Jahre nach einer Kriegskatastrophe. Die Stadt mit den Wolkenkratzer-Ruinen ist von einem hohen Zaun umgeben. Die Bewohner klammern sich an eine neue Gesellschaftsordnung, die ein friedliches Miteinander schaffen soll. Je nach ihren Tugenden und Eigenschaften gehören sie einer von fünf Fraktionen an: Friedfertige (Amite), Freimütige (Candor), Gelehrte (Ken), Selbstlose (Altruan) und Furchtlose (Ferox).

Sie sind leicht zu unterscheiden. Ken-Leute etwa kleiden sich schick in Schwarz-Weiß, Altruan unauffällig in grau, Ferox peppig mit Piercings und Tattoos. Tris wächst als Selbstlose auf, gehorsam gegenüber den Eltern, leise im Auftreten. Mit 16 macht jeder einen Test über seine weitere Bestimmung, nur wenige Jugendliche wechseln die Fraktion.

Pech für Tris, ihr Test ist nicht eindeutig. Wo gehöre ich eigentlich hin?, fragt sich die Hauptdarstellerin. Spätestens jetzt hat Woodley die Jugendlichen im Kino mit ihrer “Teen-Angst” um den Finger gewickelt. Sie ist “divergent”, ein Quertreiber. Das hält man besser geheim, denn das System will angepasste Mitglieder, die sich einer Fraktion unterordnen. Glück für die Zuschauer, Tris wechselt von den unterwürfigen Altruan zu den furchtlosen Ferox. Und gleich geht der Action-Spaß mit Mutproben und Kampfdrill los. Bald hat sie Muskeln, Tätowierungen, blaue Flecken und verknallt sich in den geheimnisvollen Ausbilder mit dem Namen Four (Theo James).

Divergent – Die Bestimmung: Die Kritik

Für Regisseur Neil Burger (“Ohne Limit”, “Der Illusionist”) ist Woodley ein Glücksgriff, denn die 22-Jährige legt eine glaubwürdige Gratwanderung zwischen Angst, Selbstzweifeln und Kampfgeist hin. Schon als Kind stand die gebürtige Kalifornierin für Werbespots vor der Kamera, dann für TV-Serien. Ihren Durchbruch beim Film hatte sie 2012 als Leinwandtochter von George Clooney in “The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten”. Für ihre Rolle als labiler Teenager erhielt sie damals eine Golden-Globe-Nominierung als beste Nebendarstellerin.

Die Chemie zwischen Woodley und dem aus der TV-Serie “Downton Abbey” bekannten britischen Schauspieler Theo James stimmt. Trotz seiner 29 Jahre kommt er schüchtern genug rüber, denn mehr als Händchenhalten und eine längere Knutscherei ist auch bei dieser Jugendromanverfilmung nicht drin. Doch während Katniss in “Die Tribute von Panem” nur ans Kämpfen denkt, hat Tris immerhin noch Zeit für verliebte Blicke.

Den Newcomern stellt Burger bewährte “Altstars” zur Seite. Oscar-Preisträgerin Kate Winslet (38) mimt eine machthungrige Ken-Führerin, Ashley Judd (45) gerät mit Tochter Tris zwischen die Fronten. Doch es ist Woodley zu verdanken, dass 2 Stunden und 20 Minuten von Selbstfindung, Kampfdrills, Intrigen und Teen-Romanze nie langweilig werden. Man fühlt, leidet und hofft mit ihr.

Die Rechnung geht auf. Beim Kinostart in Nordamerika Mitte März spielte “Divergent” auf Anhieb 56 Millionen Dollar ein, rund zwei Drittel seiner Produktionskosten an einem Wochenende. Auch die Zielgruppe stimmte: Jeder zweite Zuschauer war jünger als 25, zwei Drittel des Publikums weiblich. Hollywood hat tatsächlich Platz für neue Heldinnen.

(APA)

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