Diskussionen um Schulreform

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Nach dem schlechten Ergebnis der österreichischen Schüler bei der PISA Studie wird nun über Änderungen im Schulsystem diskutiert. Von Seiten der SPÖ und FPÖ kamen nun weitere Vorschläge.

Konzept der FPÖ

Für eine gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen mit anschließendem Berufsfindungsjahr statt des Polytechnikums spricht sich Sport-Staatssekretär Karl Schweitzer (F) aus. Vor dem Reformdialog am 14. Februar werde er außerdem ein umfassendes freiheitliches Bildungsrezept präsentieren, so der ehemalige FPÖ-Bildungssprecher in einer Aussendung am Mittwoch. Darin enthalten werde unter anderem auch die Abschaffung der Zwei-Drittel-Erfordernis bei Schulgesetzen sein.

Weitere Eckpunkte des Konzepts: Freiwillige Nachmittagsbetreuung soll flächendeckend angeboten werden, ein verstärktes Augenmerk dabei müsse auf Bewegungseinheiten und die Einbindung der örtlichen Sportvereine gelegt werden. Lehrer will Schweitzer pädagogisch und didaktisch besser ausbilden sowie zu „einem Mindestmaß an verpflichtender Fort- und Weiterbildung“ verpflichten. Zusätzliches Engagement solle sich in einem leistungsbezogenem Gehaltsschema widerspiegeln.

Direktoren will Schweitzer zeitlich befristet bestellen und den politischen Einfluss bei ihrer Bestellung zurückdrängen. Die Schulleiter hätten sich außerdem um eine unverwechselbare „Corporate Identity“ und das bestmögliche Schulprofil zu bemühen. Abgeschafft und durch Fachkoordinatoren ersetzt werden sollen die Landes- und Bezirksschulinspektoren. Inhaltlich will Schweitzer den Schulen mehr Autonomie geben.

SPÖ zur Bildungspolitik

SPÖ-Chef Gusenbauer drängt in Sachen Schulreform zu mehr Tempo. Am Mittwoch forderte er für den Februar die Einsetzung eines parlamentarischen Unterausschusses, der bis zum Juli entsprechende Neuregelungen vereinbaren sollte. Weiters wies den Vorwurf von Finanzminister Grasser zurück. Er habe bei seinem Privatflug nach New York im Vorjahr kein „Upgrading“ bekommen.

In puncto Schulreform zieht Gusenbauer Hoffnung aus jüngsten Reformvorschlägen der Volkspartei. Scheinbar wache die ÖVP aus ihrem bildungspolitischen Dämmerschlaf auf. Gusenbauer betonte einmal mehr, dass ein Ausbau des Ganztagsangebots dringend angebracht wäre und dass die Konzentration auf individuelle Begabungsförderung gelegt werden müsste. Bei der Lehrer-Ausbildung plädierte er für eine Gesamtreform. Er glaube zwar nicht, dass die österreichischen Lehrer alle schlecht seien. Jedoch entspreche die Ausbildung nicht dem, was man brauche, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

In Sachen Elite-Uni betonte der SP-Chef, dass deren Etablierung nicht auf Kosten der anderen Hochschulen gehen dürfe. Er finde es zwar sinnvoll, dass solch ein „Spitzeninstitut“ in Wien aufgebaut werde. Allerdings müsste dafür auch zusätzliches Geld aufgebracht werden.

Bei einem anderen für die Jugend relevanten Thema bleibt Gusenbauer hartnäckig. Neuerlich forderte er eine Senkung des Wahlalters auf 16. Bezüglich der Briefwahl bleibt die SPÖ dabei, dass diese nur dann kommen könne, wenn die geheime Wahl dabei abgesichert sei.

Weiters stellte der SPÖ-Chef klar, dass er bei seinem Privatflug nach New York im Vorjahr kein „Upgrading“ bekommen habe. „Business gebucht, Business geflogen, Business bezahlt“. Dass Grasser das Gegenteil behauptet hatte, empörte ihn. Das sei die gezielte Methode des Finanzministers und der ÖVP.

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