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Diskussion um Citymaut für Wien

Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) plädiert für die baldige Einführung einer Citymaut in Wien. "Eine Citymaut würde das Verkehrsproblem von Wien entscheidend entschärfen", meint VCÖ-Sprecher Martin Blum.

Die Erfahrungen aus London und Stockholm würden zeigen, dass eine Citymaut die Stauzeiten um 30 bis 50 Prozent und die verkehrsbedingten Emissionen um 14 Prozent reduzieren würden. “Je nach Verkehrsbelastung könnte die Maut zwischen drei Euro zu Stoßzeiten und wenigen Cent am Wochenende variieren”, meint Blum. Von einem Umweltzonen-Modell, wie es seit gut einem Jahr in deutschen Großstädten praktiziert wird, hält man beim VCÖ nichts. Denn die Vignetten würden viel zu großzügig verteilt werden und damit noch zu viele Autos in die Innenstädte gelangen. “Wenn es nach unseren Wünschen geht, dann gibt es die Maut binnen der nächsten drei Jahre. Realistisch dürfte aber sein, dass wir sie bis 2020 haben”, erklärt Blum.

Neben dem Plädoyer für die Einführung einer Citymaut spricht sich der VCÖ in seiner vorgestellten Studie “Ballungsräume – Potenziale für nachhaltige Mobilität” auch für eine sofortige Einstellung sämtlicher Planungen zum Bau neuer Autobahnen in Österreich aus. “Im vergangenen Jahrhundert glaubte man mit zusätzlichen Autobahnen die Verkehrsprobleme von Ballungsräumen lösen zu können. Erreicht hat man das Gegenteil”, sagt Blum. So habe beispielweise der Bau der A4, die Wien mit Budapest verbindet, zu einem Rückgang der Nutzerzahlen bei der Preßburgerbahn um zwölf Prozent geführt. “Der Bau von Autobahnen verlagert den Verkehr von der Schiene auf die Straße”, so Blum. Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, würde Österreich spätestens im Jahr 2030 den absoluten Verkehrsinfarkt erleiden.

Äußert kritisch zu den Plänen des Verkehrsclubs äußerte sich Norbert Kettner, Direktor des Wiener Tourismusverbandes. “Jede Beeinträchtigung der Erreichbarkeit von Wien ist inakzeptabel.” Dabei sei egal, ob Flüge gestrichen, Eisenbahnverbindungen eingestellt oder der Neubau von wichtigen Umgehungstrassen gestoppt werden.

“Wir wissen, dass unsere Vorschläge sicher unpopulär sind, aber uns geht es darum, die Städte wieder attraktiver zu machen und dazu gehört auch eine Entlastung vom weiter zunehmenden Straßenverkehr”, erläutert Blum. Seiner Meinung nach reichen reine Imagemaßnahmen, die das Bild des öffentlichen Personennahverkehrs aufbessern, nicht aus, damit ein Umdenken bei der Bevölkerung stattfindet und das Auto stehen gelassen wird. “Erst wenn es weh tut, dann passiert etwas. Das haben wir bei den steigenden Spritpreisen gesehen”, so der Verkehrsexperte.

Neben einem Stopp des Autobahnbaus verlangt der VCÖ eine gezielte Wohnbauförderung für Häuser mit guter Anbindung an den Nahverkehr, das Anlegen von Fahrradwegen und vor allem die Modernisierung von Pendlerzügen und die Erhöhung der Taktfrequenz der selbigen. “Wer nach Wien pendelt und im Zug mehr als eine halbe Stunde stehen muss, ist natürlich frustriert und beschwert sich zu Recht über den fehlenden Komfort”, so Blum.

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