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Diskussion über "Elektroschockgeräte" für Jagdhunde

Für die einen sind sie tierquälerische Elektroschockgeräte, für die anderen notwendige Hilfsmittel für das Abrichten von Hunden - Teleimpulsgeräte. Seit fünf Jahren sind sie ausnahmslos verboten, einige Jäger fordern jetzt ihre Legalisierung.

“Es wehrt sich ja auch niemand gegen die moderne Knopflochchirurgie und fordert die Rückkehr zu alten Operationstechniken. So muss man auch die Weiterentwicklung beim Teleimpuls anerkennen”, so Rudolf Gürtler, Jurist und Sachverständiger für Jagd- und Fischereiwesen.

“Keine Gewebeschäden”

Eine Veranstaltung mit dem Titel “Tierquälerei durch Tierschutz?” hat die Diskussion über die “Elektroschockgeräte für Tiere” wieder ins Rollen gebracht. Dazu geladen hatten vergangenen Freitag (9. September) die Jagdzeitung St. Hubertus, der Jagdhundetrainer Andreas Gass sowie Gürtler. Die beiden sprachen sich dabei für den Einsatz von Teleimpulsgeräte, die keine Gewebeschäden hinterlassen, aus. Diese sollen für Jagdhunde “ausdrücklich nur durch Spezialisten mit Sachkundenachweis schonend und verhältnismäßig wieder zugelassen werden”, sagte der Jurist.

Für Regina Binder, Tierschutzexpertin an der Veterinärmedizinischen Universität Wien, hat das “Verbot von Teleimpulsgeräten einen guten Grund”, der Einsatz sei “tierschutzwidrig”: “Laut wissenschaftlichen Untersuchungen können auch Niedrigfrequenzgeräte den Tieren Schmerzen und Leiden zufügen”, sagte sie im Gespräch mit der APA. Ein Hund könne auch anders ausgebildet werden, man müsse sich davon verabschieden, dass “Hunde wie Maschinen funktionieren”.

Pfiff reicht

Ähnlich argumentiert auch die Vier Pfoten-Hundeexpertin Ursula Aigner: Würde das Gerät beim Hund nur ein Kribbeln verursachen, sei es nicht notwendig. “Dann reicht auch ein Pfiff”, sagte sie. Auch könne niemand überprüfen, wie genau ein Hund den Impuls spürt.

Das Verbot gilt seit Inkrafttretens des neuen Tierschutzgesetzes mit 1. Jänner 2005. Das Gesetz untersagt ausnahmslos die Verwendung von Teleimpulsgeräten, auch ist Erwerb und Besitz dieser Dressurgeräte verboten. Bei diesen Geräten kann der Halter bei Nichtbefolgen eines Befehls oder einem Fehlverhalten des Hundes über das Halsband einen dosierten Impuls abgeben. (APA)

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