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"Discovery" koppelt von ISS ab

Acht Tage nach dem Andocken soll die Raumfähre "Discovery" am späten Dienstagabend um 23.09 Uhr MEZ wieder von der Internationalen Raumstation ISS abkoppeln.

Zuvor war es bei einem mehr als sechseinhalb Stunden langen Noteinsatz im Weltall zwei Astronauten gelungen, ein klemmendes Sonnensegel einzuholen. Die US-Weltraumbehörde NASA bezeichnete den schwierigen Außenbordeinsatz als „emotionale Achterbahn“. Nach 167 Tagen an Bord der ISS hat auch der deutsche Astronaut Thomas Reiter Abschied nehmen und zur Erde zurückkehren müssen.

Reiter, der schwedische ESA-Astronaut Christer Fuglesang und die fünf US-Astronauten werden am Freitag auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida zurückerwartet. Die Crew-Mitglieder wurden am Dienstag um 15.17 Uhr MEZ geweckt. Vor dem Abdocken mussten noch die letzten Posten von insgesamt mehr als 1,8 Tonnen Fracht an Bord der „Discovery“ verstaut werden, die von der ISS©zur Erde zurückgebracht werden.

Das klemmende Sonnensegel an der Raumstation hatte den Astronauten bis zuletzt erhebliche Schwierigkeiten gemacht. Der US-Astronaut Robert Curbeam und sein schwedischer Kollege Fuglesang benötigten knapp fünfeinhalb Stunden, um das rund 35 Meter lange Segel zusammenzufalten und zu verpacken.

Curbeam stellte dabei noch einen Raumfahrt-Rekord auf. Als erster Astronaut stieg der 44-Jährige zu vier Außenbordeinsätzen während eines Fluges aus. Der 77. Außeneinsatz in der Geschichte der ISS dauerte insgesamt sechs Stunden und 38 Minuten.

Um das klemmende Sonnensegel einzuholen, verlängerte die US-Weltraumbehörde NASA den Einsatz der „Discovery“ um einen Tag. Das Segel ist bereits sechs Jahre alt und war nur als eine Zwischenlösung zur Energieversorgung gedacht. Nachdem zwei neue Sonnensegel im September an der ISS angebracht wurden, stand das alte im Weg. Das zweite alte Sonnensegel soll im März kommenden Jahres eingeholt werden. Danach wird das Segment mit den beiden zusammengefalteten Segeln an anderer Stelle an der ISS montiert.

Ein erster Versuch, das widerspenstige Segel einzufalten, war in der Nacht auf Sonntag trotz kräftigen Schüttelns und Rüttelns gescheitert. Auch Curbeam und Fuglesang versuchten es zunächst mit sanfter Gewalt. Curbeam hatte außerdem aus der Werkzeugkiste einige Spezialwerkzeuge mitgenommen. Am Ende ließen sich die einzelnen Felder des Segels einklappen.

„Ja“, jubelte Curbeam, und die Bodenzentrale in Houston applaudierte den beiden Astronauten. Der stellvertretende Programmdirektor Kirk Shireman sprach von einem großartigen Tag und einer „emotionalen Achterbahn“. Immer wenn ein Problem gelöst worden sei und es einen Seufzer der Erleichterung gegeben habe, sei wieder ein Stöhnen wegen neuer Probleme im gesamten Bodenkontrollzentrum in Houston zu hören gewesen. Es seien viele Erfahrungen für das Zusammenfalten des zweiten Segels im März gesammelt worden.

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