Direktflüge zwischen China und Taiwan

Zum ersten Mal seit 56 Jahren ist am Samstag ein chinesisches Passagierflugzeug in Taiwan gelandet. Die Maschine war am Morgen im Südchina gestartet und traf keine zwei Stunden später in der taiwanischen Hauptstadt Taipeh ein.

Es handelte sich um den ersten von 48 Direktflügen, die China und Taiwan vor zwei Wochen für die Ferien zum chinesischen Neujahrsfest vereinbart hatten.

Bisher war bei Reisen von China nach Taiwan und umgekehrt immer eine Zwischenlandung in den Sonderverwaltungszonen Macau oder Hongkong erforderlich, weil Taiwan sich 1949 von China lossagte und seither aus Sicherheitsgründen Direktflüge nicht zuließ. Die Regierung in Taipeh befürchtete, dass als Passagierflugzeuge getarnte chinesische Militärmaschinen ihre Insel angreifen könnten.

Die Aufnahme von Direktflügen symbolisiere „die Hoffnungen beider Seiten auf Frieden, Stabilität, Dialog und Entwicklung“, sagte der taiwanische Abgeordnete John Chang bei einer Zeremonie am Flughafen von Peking, wo der Start eines weiteren Flugzeugs nach Taipeh gefeiert wurde.

Umgekehrt boten am Samstag auch taiwanische Fluggesellschaften Flüge nach China an. Die Ausnahmeregelung gilt allerdings zunächst nur bis zum 20. Februar. Für die Direktflüge hatten sich vor allem taiwanische Geschäftsleute eingesetzt, denen der Umweg über Hongkong oder Macau zu kosten- und zeitaufwendig ist. An Bord der Maschine befanden sich vor allem taiwanesische Geschäftsleute, die für die chinesischen Neujahrsferien nach Hause kamen.

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