Diplomaten-Winterausflug mit Frühlingslüfterl

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Ein Hauch von Frühling umwehte den diesjährigen Winterausflug der Diplomaten, zu dem Außenministerin Ursula Plassnik (V) die bilateralen Botschafter sowie die Leiter der OSZE-Delegationen und UN-Vertretungen am Wochenende auf den Semmering geladen hat.

Dies tat der guten Stimmung aber keinen Abbruch. Gastgeberin Plassnik und der Semmeringer Bürgermeister Horst Schröttner begleiteten die CD-Schar aus aller Welt am Samstag auf dem Kulturerbe-Wanderweg, während einzelne Botschafter doch den Sprung auf die Piste oder auf die Loipe wagten.

Unter einer milden Sonne marschierte die Wanderergruppe zum alten Südbahnhotel und den schönsten Aussichtspunkten des Semmerings. Plassnik stellte sich vor der prächtigen Bergkulisse geduldig den Erinnerungsfotos der Gäste als aller Welt, die die schneebedeckten Gipfel einfangen wollten. Am Vorabend hatte die Außenministerin bei einem Essen im Hotel Panhans die 68 Missionschefs aus 61 Ländern zum heurigen “CD im Schnee” begrüßt. Der traditionelle Winterausflug fand in diesem Jahr nach dreijähriger Pause wieder statt; zuletzt war der Diplomatentross auf Einladung des Außenministeriums 2004 in das oberösterreichische Bad Ischl gereist.

Dem Skisport frönten am Samstag u.a. der US-Botschafter bei der IAEO, Gregory Schulte, die bilateralen Botschafter der Türkei, Yenel Selim, Armeniens, Indiens und Turkmenistans. Die Gelegenheit, das weiße Element auf Brett’ln zu testen, nutzte auch der mongolische Botschafter, Enkhtaivan Luvsandagva, der vor vier Jahren in Bad Ischl die ersten Gehversuche auf Skiern gemacht hatte. Bereits am Freitag Abend hatten die Sportlichsten der CD-Truppe bei Flutlicht das Terrain auf Skiern oder beim Rodeln ausprobiert.

Einen geselligen Höhepunkt bildete das Eisstockschießen, das aufgrund der milden Wetterlage in ein Asphaltschießen umgewandelt wurde. Das Eis auf dem Teich neben dem Seewirt war stark geschmolzen, und das war den ans diplomatische Parkett gewöhnten Gästen nicht zuzumuten. Auf dem Asphalt schoss es sich aber genauso lustig. Diese Disziplin entpuppte sich alsbald als eine Domäne der arabischen Diplomatie, der nur aus Lateinamerika Konkurrenz erwuchs. Der Linkshänder Horacio Barzoberry, Boliviens Botschafter, schlug sich wacker gegen das überaus starke arabische Feld, auf Seite der Damen wie auch der Herren. “Die arabische Liga führt”, hieß es eine Zeit lang. Außenminister Plassnik engagierte sich den Bolivianer als Coach und schwang zum Schluss auch noch den Eisstock, angefeuert von einem sehr fairen diplomatischen Publikum.

Mit oder ohne Skifahren – zum Frischlufttanken reichte der Ausflug allemal. Die Diplomaten schätzten auch die Möglichkeiten, im Rahmen dieses Ausflugs informelle Kontakte mit der Kollegenschaft zu knüpfen. “Am liebsten würde ich einige Konserven mit frischer Luft nach Wien mitnehmen”, brachte es die Botschafterin von Burkina Faso, Noellie Marie Beatrice Damiba, die die Exkursion sichtlich genoss, auf den Punkt.

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