Diplomaten: Nordkorea bittet Weltgremium um Hilfe

Sin Son Ho schrieb dem Weltsicherheitsrat der UNO
Sin Son Ho schrieb dem Weltsicherheitsrat der UNO ©APA (epa/Archiv)
Die nordkoreanische Regierung hat den Weltsicherheitsrat nach Informationen aus diplomatischen Kreisen um Unterstützung im Streit um ein angeblich von Nordkorea versenktes südkoreanisches Kriegsschiff gebeten. Demnach setzte sich der nordkoreanische UN-Botschafter Sin Son Ho in einem Schreiben an das höchste UN-Gremium für eine weitere Untersuchung des Falles ein.

Auch Südkorea solle sich an den Ermittlungen beteiligen, heißt es nach Angaben von Diplomaten in dem Schreiben, das am Mittwoch an den im Juni amtierenden Ratspräsidenten Claude Heller (Mexiko) überreicht wurde. Ein internationales Ermittlerteam war im Mai zu dem Schluss gekommen, dass die “Cheonan” im März bei einem nordkoreanischen Torpedo-Angriff versenkt worden war. Beim Untergang des Schiffes starben 46 Seeleute aus Südkorea. Seitdem haben sich die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel zusehends verschärft. Die nordkoreanische Regierung in Pjöngjang weist diesen Vorwurf als “komplette Erfindung” zurück. Seoul hat bereits Sanktionen gegen Pjöngjang erlassen und fordert vom Sicherheitsrat eine offizielle Zurechtweisung.

Heller hatte sowohl Süd- als auch Nordkorea die Gelegenheit geboten, sich vor dem Sicherheitsrat zu dem Vorfall zu äußern. Er sagte am Mittwoch vor Journalisten in New York, dass die Beratungen über eine formale Reaktion zu dem Konflikt noch nicht abgeschlossen seien. Er werde ihr Ergebnis aber seiner Nachfolgerin übergeben. Das Amt des Sicherheitsratspräsidenten wird jeden Monat von einem anderen Mitglied des 15-Länder-Gremiums wahrgenommen. Im Juli geht das Zepter an die nigerianische UN-Botschafterin Joy Ogwu.

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