Dioxin-Skandal: Größte Fleischmenge offenbar in Wien

Die größten Mengen des mit Dioxin verseuchtem Schweinefleisch - knapp 150 Tonnen - dürfte an das Wiener Traditionsunternehmen Radatz geliefert worden sein. Auch Oberösterreich, Tirol und die Steiermark sind betroffen.

Die Tests des möglicherweise mit Dioxin belasteten irischen Schweinefleischs in Österreich sind bereits angelaufen, sollen allerdings noch einige Tage dauern. Grund dafür ist das komplexe Analyse-System bei dem die Produkte zunächst in Flüssigkeit umgewandelt werden müssen. Im Anschluss wird die giftige Dioxin-Substanz – wenn vorhanden – mittels Gas herausgefiltert.

Alle betroffenen Bundesländer betonten am Freitag, dass von den 180 Tonnen keine möglicherweise belasteten Produkte in den Handel gekommen seien. Die größten Mengen – knapp 150 Tonnen – dürfte an das Wiener Traditionsunternehmen Radatz geliefert worden sein. 22 Tonnen tiefgekühlte Waren aus Irland wurden in Oberösterreich gesperrt, in der Steiermark fand man rund zehn Tonnen. Der Tiroler Fleisch- und Wurstfabrikant Handl Tyrol berichtete über knapp eine Tonne gelieferte Sauenschultern. Radatz-Chef Franz Radatz war am Freitag telefonisch nicht erreichbar. Nach Berechnungen dürften in seinem Unternehmen demnach allerdings knapp 150 Tonnen problematisches Schweinefleisch gelandet sein. Laut dem Gesundheitsministerium waren insgesamt nur vier Betriebe in Österreich betroffen.

Entwarnung für die Konsumenten: Die Waren seien noch gar nicht verarbeitet worden und befänden sich noch im Lager, hieß es bei Radatz. Grund für den Zukauf ausländischer Produkte sei die Verfügbarkeit. Man kaufe nur bestimmte Teile aus dem Ausland zu, die nicht ausreichend am heimischen Markt verfügbar seien. Bezogen wurde die irischen Waren dabei wie in Tirol über Partner aus Deutschland, mit denen die Wiener Firma bereits lange zusammenarbeitet.

Ob eine Dioxin-Belastung vorliegt, können die vom Umweltbundesamt beauftragten Tester frühestens kommende Woche feststellen. Anders als die Unternehmer und die Bundesländer, berichtete das Gesundheitsministerium am Donnerstag von in den Handel gelangter Ware, die bereits verzehrt worden waren. Problematisch ist, dass die Waren bereits im September hergestellt wurden. Irland hatte die Kontaminierung allerdings erst Wochen später entdeckt und am 6. Dezember einen Alarm über das Schnellwarnsystem der EU (RASFF) weitergegeben. Über Deutschland kam drei Tage später die Warnung, dass von der Bundesrepublik irisches Fleisch auch nach Österreich weitergeliefert wurde.

Jetzt ist jedenfalls kein verdächtiges Schweinefleisch mehr in den Supermarktregalen, so das Gesundheitsministerium. Verbraucher, die befürchten, Fleisch mit zu hohen Dioxin-Werten verspeist zu haben, müssten sich keine Sorgen machen. Laut der Risikobewertung durch die EU-Lebensmittelbehörde gibt es wegen der geringen Überschreitung keine gesundheitliche Gefahr.

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