Dinamo Zagreb gegen Rapid Wien: Die Stimmen zum Spiel

Rapid verlor gegen Dinamo Zagreb.
Rapid verlor gegen Dinamo Zagreb. ©APA/HANS PUNZ
Rapids Aufstiegschancen in der Fußball-Europa-League sind am Donnerstag stark gesunken. Nach dem 1:3 bei Dinamo Zagreb wuchs der Abstand auf die in der Gruppe H zweitplatzierten Kroaten auf drei Punkte an.
So spielte Rapid gegen Dinamo Zagreb

Da die Heimpartie in Wien nur mit 2:1 gewonnen worden war, würde bei Punktegleichheit der direkte Vergleich für Dinamo sprechen. Die Wiener brauchen also noch mindestens vier Punkte, um die Chance auf Rang zwei zu wahren.

"Im Fußball ist alles möglich"

Ein schwieriges Unterfangen, stehen doch noch das Heimspiel gegen den ungeschlagenen Leader West Ham United, der aus den Top zwei nicht mehr verdrängt werden kann, den Gruppensieg aber noch nicht fixiert hat, am 25. November sowie das Gastspiel bei Genk, das einen Zähler vor Rapid Dritter ist, an. "West Ham ist klarer Favorit, aber es sind schon andere Gegner bei uns gestrauchelt. Im Fußball ist alles möglich, wir werden jetzt nicht die Flinte ins Korn werfen", sagte Rapid-Trainer Dietmar Kühbauer.

Seiner Truppe attestierte er nach dem Auftritt im alles andere als ausverkauften Stadion Maksimir eine "couragierte" Leistung. "Wir waren stark dezimiert, die Jungs haben es gut gemacht. Ein Punkt wäre durchaus drinnen gewesen, weil die Leistung in Ordnung war, aber in Ordnung ist international zu wenig", resümierte der Burgenländer. Um die gute Leistung der jungen Burschen könne man sich leider nichts kaufen.

Rapid fast ohne Innenverteidiger

Aufgrund der Personalproblematik war die Niederlage nicht überraschend. Mit Taxiarchis Fountas und Filip Stojkovic fehlten neben anderen verletzten Stammkräften wie Richard Strebinger oder Leo Greiml zwei weitere Stützen. Dadurch mussten mit dem 20-jährigen Martin Moormann und nach dessen früher Auswechslung der erst 17-jährige Leopold Querfeld zwei Akteure von Rapids Zweiermannschaft wichtige Rollen im Abwehrzentrum übernehmen. "Innenverteidiger sind beim Kopfballspiel nicht unwesentlich und wir haben bald gar keinen mehr", ist sich Kühbauer der schwierigen Situation bewusst.

Neben Greiml stehen auch Christopher Dibon und Kevin Wimmer verletzungsbedingt nicht zur Verfügung. Kapitän Maximilian Hofmann kann zudem nach seinem Nasenbeinbruch nur mit Gesichtsmaske, also gehandicapt, einlaufen. Moormann schied noch dazu mit einem Cut aus. Bis dahin war Kühbauer mit ihm zufrieden, noch mehr mit Querfeld. "Leo hat sehr viel Ruhe ausgestrahlt, war in den Kopfballduellen fast immer Sieger. Er hat seine Sache auf diesem Niveau sehr gut gemacht." Und das in seinem ersten Spiel für die Profis. "Es ist natürlich ein sehr großer Traum, der in Erfüllung gegangen ist. Es fühlt sich außergewöhnlich an, anders kann ich es nicht beschreiben", sagte der ÖFB-U19-Teamspieler.

Zwei Stellungsfehler entschieden das Spiel

Beim ersten Gegentreffer von Bruno Petkovic (12.) war er noch nicht auf dem Feld, beim zweiten konnte er in der Mitte einen Abschluss vom Fünfer von Komnen Andric (34.) nicht verhindern. Die Fehlerkette hatte schon früher begonnen, beide Gegentreffer wurden über die linke Angriffseite der Kroaten eingeleitet, wo Rapid zu passiv agierte, man auch das Fehlen von Stojkovic merkte. "Wir haben da zweimal nicht früh genug geschlossen. Wenn die zwei Stellungsfehler nicht passiert wären, wäre die Partie anders gelaufen", vermutete Kühbauer.

Vielleicht auch, wenn Ercan Kara vor der Pause (44.) per Kopf der Ausgleich geglückt wäre. So aber blieb Christoph Knasmüllners frühes 0:1 (8.) Rapids einzige Ausbeute. Allgemein war der Sieg der hocheffizienten Gastgeber verdient. "Es war ein couragierter Auftritt, aber international brauchst du vielleicht einen Tick mehr", wusste der 50-Jährige. Dessen war sich auch Knasmüllner bewusst: "Sie waren gnadenlos effizient und sind hinten richtig gut und kompakt gestanden. Es war leider nicht mehr drinnen."

Rapid hofft auf dreckigen Punkt

In Zukunft müsse man mehr Torchancen kreieren und auch einmal einen "dreckigen Punkt" mitnehmen. Der ist gegen West Ham Pflicht, um aus eigener Kraft zumindest die Chance auf Rang drei, der zum Umstieg in die Conference League berechtigt, zu wahren und sich ein "Finale" am 9. Dezember in Genk zu sichern. Vor weiteren internationalen Aufgaben gilt es in der Liga mit einem Sieg beim WAC näher an die drittplatzierten Kärntner heranzurücken. Kühbauer rechnete "keineswegs mit einem Knacks" nach der Niederlage in Zagreb. "Wir werden alles reinlegen, um ein gutes Spiel zu machen."

(APA/red)

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