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Dieses Game vergisst man nicht: „The Last of Us: Part 2“

Noch besser, noch heftiger: Die Fortsetzung des kultigen PlayStation-Games legt in jeder Hinsicht noch eins drauf!

(PS4) Mit „The Last of Us“ hat das Entwicklerstudio Naughty Dog vor sieben Jahren (damals noch auf der PS3) Game-Geschichte geschrieben. Viele Millionen SpielerInnen begleiteten Raubein Joel und die junge Ellie auf ihrer schockierenden Odyssee durch ein apokalyptisches Horror-Szenario. Die Prämisse: In der nahen Zukunft wurden die meisten Menschen durch eine Pilzinfektion in aggressive Menschenfresser-Mutanten verwandelt. Die verbliebene Bevölkerung kämpft seither ums nackte Überleben, wenn nötig auch gegeneinander.

„Part 2“ setzt gut vier Jahre nach dem „Happy End“ des Originals an. Bei Joel und Ellie ist Ruhe eingekehrt, sie führen ein einigermaßen geordnetes Dasein in einer sicheren Gemeinschaft – bis ein dramatisches Ereignis dem ein jähes Ende setzt. Ellie macht sich auf zu einem brutalen Rachefeldzug, der sie letztendlich ihre Menschlichkeit kosten könnte. Im Stil von „Breaking Bad“ startet die Story überraschend positiv und wir dürfen dem unweigerlichen Abstieg folgen. Dabei wird den GamerInnen einiges zugemutet: Blutigstes Gameplay und krasse Story-Wendungen, die selbst Hartgesottene zum Zweifeln bringen. Der Lohn für das Durchhalten ist aber eine einzigartige emotionale Achterbahnfahrt, die man erlebt haben muss und danach nie wieder vergisst. Mehr soll darüber aus Spoiler-Gründen aber nicht verraten werden. Als „Meisterwerk“ und „Meilenstein“ bezeichnet die Fachpresse das Game.

Die durchwegs dichte Atmosphäre des Spiels ist einerseits der detaillierten und lebendig wirkenden Welt, andererseits den exzellent geschriebenen Figuren bzw. Dialogen zu verdanken. TLOU2 fesselt von der ersten bis zur letzten Minute, samt würdigem Finale ca. 20-30 Stunden lang. Die Präsentation (Grafik/Sound) setzt neue Maßstäbe, das im ersten Teil bereits formidable Gameplay wurde weiter verfeinert.

Ellie hat viele neue Tricks dazugelernt, kann ihre Fähigkeiten weiter ausbauen und verfügt jetzt über mehr Möglichkeiten, sich durch die nun deutlich offenere Spielwelt zu bewegen. Allerdings spielt sie sich bewusst schwerfälliger als beispielsweise Nathan Drake in „Uncharted“. Die Landschaften sind ein Augenschmaus und laden dank versteckter, teils über Umgebungsrätsel erreichbarer Secrets zum Erkunden ein. Die weitläufigen Gebiete wirken sich auch positiv auf die Schleich- und Kampfeinlagen aus. Neben den aggressiven und teils neuartigen Infizierten sind es vor allem die schwer bewaffneten menschlichen Gegner, die dank verschiedener Angriffsstrategien jedes Mal aufs Neue für Adrenalinschübe sorgen. Besonders bemerkenswert: Die explizite, aber realistische Gewaltdarstellung dient nicht der Unterhaltung, sondern letztendlich der Botschaft des Spiels. Jeder (vor allem menschliche) Kill wird durch die Animation, Sound und andere Mittel für den Spielenden unangenehm, fast schmerzhaft gemacht. Man fragt sich unweigerlich früher oder später: Was mache ich hier eigentlich? Bin ich wirklich die/der Gute in dieser Geschichte?

Fazit

„The Last of Us: Part 2“ ist eine der intensivsten Gaming-Erfahrungen überhaupt: Von der Story bis hin zu den Kämpfen. Sie fesselt, beeindruckt, verstört und bringt die Spielenden zum Nachdenken. Wer argumentiert, dass Games Kunst sind, kann vorbehaltlos diesen Titel als gelungenes Beispiel nennen. Frei nach Karl Lagerfeld: PS4-BesitzerInnen, die TLOU2 nicht wenigstens ausprobieren, haben die Kontrolle über ihr Leben verloren.

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