Diese Strafen drohen bei Fahrerflucht in Österreich

2020 starben neun Menschen bei Unfällen im Zusammenhang mit Fahrerflucht.
2020 starben neun Menschen bei Unfällen im Zusammenhang mit Fahrerflucht. ©pixabay.com (Sujet)
Laut Unfallstatistik wurden im vergangenen Jahr die meisten Fahrerflüchtigen in Wien registriert. Je nach Schwere des Delikts droht dafür in Österreich eine Verwaltungs- oder sogar Freiheitsstrafe.

Im Jahr 2020 ereigneten sich in Österreich insgesamt 1.852 Unfälle mit Fahrerflucht und Personenschaden, dabei verletzten sich 2.090 Personen. Die meisten Fahrerflüchtigen wurden dabei in Wien (501), in der Steiermark (284) und in Niederösterreich (282) registriert - die wenigsten gab es im Burgenland (31). Neun Menschen kamen ums Leben.

"Die Anzahl der Unfälle mit Fahrerflucht dürfte sogar deutlich höher liegen, denn reine Sachschäden werden in dieser Statistik gar nicht erfasst", so ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger.

Fahrerflucht kein Kavaliersdelikt: Geldstrafe bis zu Verfahren droht

"Leider flüchten immer wieder Menschen nach selbst verursachten Unfällen vom Unfallort - sei es aus Überforderung mit der Situation, aus Angst oder weil sie keine Fahrerlaubnis besitzen oder unter Alkoholeinfluss stehen. Es ist klar, dass jeder Vorfall, selbst ein Blechschaden, für die Beteiligten eine Stresssituation darstellt. Noch fordernder ist es, wenn es dabei verletzte Personen gibt - nichtsdestotrotz: Wer nicht unverzüglich Hilfe holt, kann das Leben der Verletzten gefährden", mahnt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin.

Auch bei einem Park- oder Blechschaden ist es nötig, den Vorfall unverzüglich der nächsten Polizeidienststelle zu melden. Wer das nicht tut, riskiert saftige Strafen. "Einen selbst verursachten Schaden nicht zu melden ist unsozial, ja auch feige. Zudem schadet man sich selbst, denn die Konsequenzen, wenn man danach als Verursacher ausgeforscht wird, sind wesentlich schlimmer, als sich der Situation direkt zu stellen", so Seidenberger.

Je nach Schwere des Vergehens bzw. der Folgen muss man mit bis zu 2.180 Euro Verwaltungsstrafe rechnen. Ist der Straftatbestand des Imstichlassens eines Verletzten erfüllt, droht sogar ein gerichtliches Strafverfahren mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren (je nach Schwere der Verletzung). "Von der juristischen Seite abgesehen, ist man im schlimmsten Fall für den Tod eines Menschen verantwortlich, dem vielleicht hätte geholfen werden können", gibt die Expertin des Mobilitätsclubs zu denken.

Das richtige Verhalten nach einem Unfall: ÖAMTC gibt Tipps

  • Auch wenn es nicht leichtfällt: "Ruhig bleiben, tief durchatmen und als Unfallverursacher keinesfalls dem Fluchtinstinkt nachgeben", so Seidenberger. Das gilt für Blechschäden und besonders für Unfälle mit Personenschaden.
  • Bei Unfällen mit Personenschaden ist ausnahmslos die Polizei und/oder die Rettung zu alarmieren. Die "Blaulichtsteuer" entfällt in diesem Fall. Zudem muss man am Unfallort auf die Einsatzkräfte warten bzw. ist man zur Hilfeleistung verpflichtet - auch als Unfallverursacher.
  • "Bei Blechschäden genügt es nicht, einen Zettel oder eine Visitenkarte am Scheibenwischer anzubringen. Den Unfall muss man unverzüglich bei der Polizei melden, damit der Datenaustausch gewährleistet ist", erklärt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin.
  • Kann sich ein Unfallgegner nicht ausweisen oder gibt es Verständigungsschwierigkeiten, sollte sicherheitshalber immer die Exekutive geholt werden, auch wenn es "nur" ein Sachschaden ist.
  • Beifahrer können den Unfallverursacher insofern unterstützen, als dass sie den Fahrer anleiten, die richtigen Schritte zu setzen: Erste Hilfe, Rettungskette in Bewegung setzen, das Absichern der Unfallstelle, der Gang zur nächsten Polizeidienststelle, um den Schaden zu melden. "Beifahrer können emotionale Unterstützung geben und den Verursacher ruhig und kontrolliert anweisen - das kann helfen, die Situation zu entspannen", sagt Seidenberger.

(Red)

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