Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott

Abstrus und amüsant: Die 85-jährige Kammerschauspielerin Elfriede Ott gibt im Film von Andreas Prochaska ihr Leinwanddebüt - Start am 1. Oktober.
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Was tun, wenn man dringend eine Oma braucht, die aber eigentlich schon tot ist, und sonst ein großer Schwindel aufliegen würde? Man “borgt” sich eine aus. Das geschieht jedenfalls in Andreas Prochaskas Komödie “Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott”, die am 1. Oktober im Kino startet. In der titelgebenden Hauptrolle: die 85-jährige Kammerschauspielerin Elfriede Ott mit ihrem Leinwanddebüt. Als rotzfreche Oma-Diebe fungieren Multitalent Michael Ostrowski, der auch beim Drehbuch mitschrieb, und Andreas Kiendl.

Toni (Ostrowski) und Horst (Kiendl) betreiben in Graz ein erfolgloses Limousinenservice und leben in der Wohnung von Horsts verstorbener Oma. Mit deren Pension wird der Alltag finanziell versüßt. Eines Tages kündigt sich ein Lokalpolitiker samt Fotograf an, um der Großmutter zum 95er zu gratulieren. Zeit zu Handeln, denkt sich Horst, und da er dabei voll auf seinen Freund Toni zählen kann, “leiht” der sich eine alte Dame aus dem Krankenhaus aus. Blöd nur, dass er dabei ausgerechnet Kammerschauspielerin Elfriede Ott erwischt. Blöd auch, dass die beiden nicht nur schnell die Boulevardpresse, sondern auch noch ganz andere Dinge am Hals haben. So wie etwa auch Otts (Film-)Adoptivsohn, der ihr nicht nur Gutes will.

Wenn Elfriede Ott Sätze wie “Her mit der Puffen!” von sich gibt, oder wiehernd unter Drogeneinfluss am Bett tanzt, so hat Regisseur Prochaska (“In drei Tagen bist du tot 1 und 2”) die Lacher des Publikums auf seiner Seite – und Elfriede Ott beweist in seinem Film Humor. Schauspieler, Moderator und Drehbuchautor Michael Ostrowski trägt dazu bei, dass der Filmstoff nicht peinlich, sondern abstrus genug wird, um amüsant zu sein.

Das Timing der Pointen sitzt, nur gegen Ende verkommt der Film etwas zu sehr zum singenden Kammerspiel. Davor amüsiert man sich aber sowohl über die durchs Leben stolpernden Tollpatsche als auch über Elfriede Ott, deren wichtigstes Gelüst nach der “Entführung” eine “Mannerbiskottentorte, selbstgemacht” ist. Eine Bitte, der von den Hobbyentführern natürlich gerne nachgekommen wird. “Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott” ist, wie Andreas Prochaska selbst in einem Interview mit der APA sagte, eine “beknackte Komödie” – aber lustig.

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