Die Tribute von Panem: Mockingjay - Teil 1 - Trailer und Kritik zum Film

Zerbombte Bezirke, rauchende Ruinen, Massengräber: Im dritten Teil der "Tribute von Panem" (ab Donnerstag), dieser antiautoritären und medienkritischen Jugenddystopie eines faschistischen Zukunftsregimes, steht die Heldin Katniss Everdeen vor den Trümmern jener Aufstände, die die lang ersehnte Revolution in Panem auslösen sollen.

Gerade Katniss, der “Mockingjay”, kommt dabei hohe Symbolkraft zu. Katniss (Jennifer Lawrence) hat ihre zweiten Gladiatorenkämpfe in der Naturarena überstanden und findet im unterirdischen Versteck des Distrikt 13 langsam wieder zu alter Stärke. Ihr Widerstand gegen das dekadente Machtzentrum hat die Menschen in den unterdrückten Bezirken inspiriert, ihnen Mut gemacht. Nun soll sie das Gesicht der Revolution werden, sorgsam inszeniert von Plutarch Heavensbee (der verstorbene Philip Seymour Hoffman).

Die Tribute von Panem: Mockingjay – Teil 1 – Geschichte

Als Zuschauer findet man sich, ohne Rücksicht auf brutale oder furchteinflößend reale Bilder, rasch mitten im Bürgerkrieg, der von beiden Seiten auch als erbitterter Propagandakrieg geführt wird. Und während Katniss verstärkt beginnt, sich in den Krieg zu involvieren, um das revolutionäre Feuer nicht ersticken zu lassen, wird ihre Liebe Peeta (Josh Hutcherson) von Präsident Snow (Donald Sutherland) für Friedensaufrufe instrumentalisiert.

Waren die beiden ersten Teile, “Tödliche Spiele” und “Gefährliche Liebe”, noch deutlich von postapokalyptischer Action geprägt waren, lässt es US-Regisseur Francis Lawrence – der übrigens in Wien geboren wurde – nun deutlich langsamer angehen. Der dritte Teil wurde schließlich (wie schon einst bei “Harry Potter” und “Twilight”) auf zwei Parts aufgeteilt, für das tatsächliche Ende der Reihe müssen die geneigten Fans noch bis November 2015 warten.

Dicht an die weltweit über 80 Millionen Mal verkauften Bücher von Suzanne Collins angelehnt, legt Lawrence im ersten Teil von “Mockingjay” (der fiktive Vogel “Spotttölpel” wurde zu Katniss’ Markenzeichen) mehr Wert auf das Innenleben seiner Protagonistin. Und es überrascht fast, dass diese erst einmal weniger durchsetzungsfähig und mehr anlehnungsbedürftig gezeichnet ist als noch in den ersten Teilen, als Jennifer Lawrence ihre Kollegen mit Verve an die Wand spielte.

Die Tribute von Panem: Mockingjay – Teil 1 – Kritik

Doch letztlich muss auch Katniss erst herausfinden, wie sie ihre Kraft für ein freies Panem am besten einsetzen kann – um nicht nur als “best gekleidete Rebellin in der Geschichte”, sondern tatsächlich als symbolische Identifikationsfigur wahrgenommen zu werden. “Was ist, wenn du getötet wirst”, wird sie einmal von Plutarch sowie Präsidentin Coin (Julianne Moore) gefragt, um darauf nur frech zu antworten: “Dann stellt sicher, dass eine Kamera dabei ist.”

Wie sehr “Die Tribute von Panem” einen Nerv getroffen haben, lässt sich nicht nur am Erfolg an den Kinokassen ablesen. Die entlarvende Gesellschafts- und Medienkritik, die große Lücke zwischen Arm und Reich, der Kampf um Wahrhaftigkeit und gegen grausame Autokraten, das alles scheint heute aktueller denn je.

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(APA)

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