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Die schönsten Bücher...

Zum zweiten Mal findet die jährliche Schau in der Wiener Hauptbibliothek statt, wo die 160 von einer Jury nach gestalterischen Kriterien für „schön“ erklärten Bücher in Vitrinen zu sehen sind.

„In Zeiten von Pisa-Studien kann man gar nicht genug zeigen, wie ordentlich gemachte Bücher aussehen“, sagte Martin Tiefenthaler von der Typographischen Gesellschaft Austria (tga) bei der Presseführung zur Ausstellung „Die schönsten Bücher Deutschlands, Österreichs und der Schweiz 2003“ (8. Dezember bis 28. Jänner). Das „schönste Buch Österreichs“ ist der mit dem Staatspreis 2003 gekürte Band „Frozen History“ von Josef Hoflehner.


Die Art des Buches spielt bei der Einreichung keine Rolle, „obwohl interessanterweise im letzten Jahr mehr Schulbücher eingereicht wurden, jedenfalls in Deutschland“, so Tiefenthaler. Es sei bekannt, dass gerade die Gestaltung von Schulbüchern einen wesentlichen Einfluss auf das Lernverhalten von Schülern habe. „Studien zufolge werden mathematische Übungen in Textform um 30 bis 40 Prozent schlechter gelöst, wenn die Gestaltung schlecht ist“, so Tiefenthaler weiters. „Gerade nach dieser Pisa-Studie sollte dieser Gedanke den österreichischen Schulbuchgestaltern Anreiz geben“.


Beim österreichischen Staatspreisträger „Frozen History“ sei etwa neben der grafischen Gestaltung auch das qualitätvolle Papier, der exzellente Druck und die herausragende Duotonqualität ausgezeichnet worden. Überzeugt hat die Jury, bestehend aus Buchgestaltern, Druckern und Verlegern, auch das Film-Buch „Deanimated“ von Akira Mizuta Lippit, Thomas Miessgang, Wolfgang Pircher und Martin Arnold. Gestaltet wurde es von Walter Pamminger und Anna Bertermann. „Das kulinarische Erbe Österreichs“ von Ewald Plachutta und Christoph Wagner, das von Alessandri Design, Marion Mair, Alice Nemecek und Hans Proschofsky in Form gebracht wurde, beweist, wie man Traditionelles modern gestalten kann.


„Die Schweizer haben ohnehin eine lange Tradition typografisch hervorragend gemachter Bücher“, so Tiefenthaler. Gezeigt wird u. a. Band 1 und 2 von „Schriftanalysen“, einer Sammlung von Aufsätzen zur Schriftgeschichte. Autor und Gestalter ist Max Caflisch. Deutschland ist vertreten durch u. a. „Arbeiterlyrik 1842 -1932“ von Heinz Ludwig Arnold, das durch markante Farben deutlich gegliedert ist.


Insgesamt gab es heuer 364 Einreichungen. Die Prämierungen erfolgen in den jeweiligen Ländern unterschiedlich. So vergeben Deutschland und die Schweiz jeweils drei Preise. Österreich koppelt den mit 3.000 Euro dotierten Preis mit dem Staatspreis, der bereits im Februar dieses Jahres vergeben wurde.


„Grundsätzlich geht es uns aber nicht um die Preisträger, denn Juryentscheidungen sind immer zu hinterfragen“, so Tiefenthaler. „Für uns ist die Gesamtpräsentation wichtig“. Die national ausgezeichneten Bücher werden beim Wettbewerb der nächst höheren Liga, „Schönste Bücher aus aller Welt“, eingereicht und nehmen an der Ausstellung „Schönste Bücher international“ teil (ab 17. Februar). Ursprünglich hätte die Schau im Prunksaal der Nationalbibliothek sein sollen, aber hohe Mietkosten werden wohl einen anderen Ort notwendig machen, so Tiefenthaler.

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  • Service: Ausstellung „Die schönsten Bücher Deutschlands, Österreichs und der Schweiz 2003“, Hauptbücherei am Gürtel, 7., Urban-Loritz-Platz 2a; 8. Dezember bis 28. Jänner 2004; Öffnungszeiten: Mo bis Fr 11:00 bis 19:00 Uhr, Sa 10:00 bis 14:00 Uhr, www.typographischegesellschaft.at, www.buechereien.wien.at

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