"Die Presse" feierte 160-jähriges Jubiläum

Vor 160 Jahren, am 3. Juli 1848, erschien in Wien zum ersten Mal die österreichische Tageszeitung "Die Presse". Am Dienstagabend versammelte sich aus diesem Anlass Prominenz aus Politik, Medien, Kultur und Wirtschaft im Wiener Kursalon Hübner, um das Jubiläum gebührend zu feiern.

Nicht nur zahlreiche ÖVP-Politiker gratulierten den Machern des bürgerlichen Blattes, sogar Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (S) selbst erschien für einen Kurzbesuch.

“Frei seit 1848” lautet seit dem Vorjahr der Slogan der “Presse”. Die Freiheit im Sinne der Unabhängigkeit sei heute das größte Gut der Zeitung, betonte Horst Pirker, der Vorstandsvorsitzende der Styria Medien AG, zu der die “Presse” gehört. Weder die Styria noch die “Presse” hänge an einem Gängelband. “Nicht am Gängelband einer politischen Partei, nicht am Gängelband einer Interessensvertretung, übrigens auch nicht am Gängelband einer Religionsgemeinschaft”, so Pirker in seiner Rede.

Auch einen Seitenhieb auf die Konkurrenz ersparte sich der Styria-Chef nicht: “Es gibt keinen Eigentümer, der Kampagnen inszeniert und Politikern ‘unmoralische Angebote’ unterbreitet, und es gibt auch keinen Eigentümer zu dessen Standardrepertoire es gehört, Politik und Wirtschaft in der Verquickung von redaktionellen Inhalten mit Entgeltflüssen zu erpressen.” Daraus, dass also Styria und “Presse” nicht gegängelt würden, ergibt sich für Pirker für den Leser der Vorteil, dass er ebenfalls nicht gegängelt werde.

“Presse”-Chefredakteur Michael Fleischhacker hielt sich mit seiner Kritik an der “Kronen Zeitung” ebenfalls nicht zurück. Er begrüßte die aktuelle Diskussion über die Rolle der Zeitungen in der Gesellschaft, die anlässlich der “kurzfristigen Übernahme der Regierungsgeschäfte durch den Herausgeber der ‘Kronen Zeitung'” entbrannt sei. In seiner Rede versuchte Fleischhacker Qualitätskriterien für eine “gute Zeitung” herauszufiltern.

“Gut ist eine Zeitung, wenn es ihr gelingt, sich als unverzichtbarer Bestandteil der gesellschaftlichen Selbstreflexion zu etablieren. Das kann sie nur, wenn sich das Publikum auf zwei Dinge verlassen kann: Auf Gewissenhaftigkeit in der Beschaffung von Informationen, verbunden mit dem Verzicht auf die Unterdrückung von Fakten”, so Fleischhacker. Verlässlichkeit sei das A und O für eine Qualitätszeitung, konstatierte der Chefredakteur und fügte hinzu: “Auf uns kann man sich verlassen”.

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