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Die OSZE wurde von Hackern angegriffen

Die OSZE wurde gehackt.
Die OSZE wurde gehackt. ©pixabay.com
Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit mit Sitz in Wien ist Opfer eines "großangelegten Hackerangriffes" geworden.

Die in Wien ansässige Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) ist Opfer eines “großangelegten Hackerangriffes” geworden. Bemerkt wurde die Attacke bereits Anfang November, alle Mitgliedsstaaten – darunter Österreich, das am 1. Jänner den Vorsitz übernimmt – seien informiert worden, sagte eine OSZE-Sprecherin am Mittwoch auf APA-Anfrage.

“Der Angriff hat die Sicherheit vertraulicher Daten im OSZE-IT-Netzwerk und die Integrität des IT-Netzwerkes gefährdet”, erklärte die Sprecherin. Die OSZE habe den Vorfall “sehr ernst genommen” und mithilfe externer IT-Experten aufgearbeitet. Die Gefahr sei mittlerweile gebannt und es gebe bisher auch keine Hinweise darauf, “dass Daten aus dem OSZE-Netzwerk geleakt worden sind”.

Informationen der französischen Tageszeitung Le Monde, wonach das russische Hackerkollektiv APT28 hinter dem Angriff vermutet wird, konnte die Sprecherin nicht bestätigen. Man wisse zwar “aus welcher Richtung” die Attacke gekommen sei, dies bedeute jedoch nicht, dass dort auch die Urheber säßen. Weitere Details wollte die OSZE nicht nennen.

OSZE: Das könnte ein Datenleak bewirken

Le Monde hatte unter Verweis auf Informationen “eines westlichen Geheimdienstes” berichtete, dieser vermute APT28 hinter dem Angriff. Das auch unter den Namen “Sofacy Group”, “Fancy Bear” oder “Operation Pawn Storm” bekannte Kollektiv soll demnach auch hinter dem Angriff auf Server der US-Demokraten stecken. Mails des Kampagnenleiters der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton wurden daraufhin auf Wikileaks publiziert. Die US-Behörden haben Anfang Oktober Russland der Urheberschaft beschuldigt.

Die OSZE beziehungsweise ihre Vorgängerorganisation KSZE wurde während des Kalten Krieges gegründet und war bereits fast in Vergessenheit geraten, bevor sie vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts wieder an Bedeutung gewann. Aktuell ist die OSZE das einzige Gremium neben der UNO, in dem die Konfliktparteien Ukraine und Russland gemeinsam an einem Tisch sitzen. Beobachter der Organisation sind zudem im Osten der Ukraine im Einsatz, um den mehr als brüchigen Waffenstillstand zu überwachen.

Ein mögliches Datenleak könnte vor diesem Hintergrund schwerwiegende diplomatische Auswirkungen haben und – je nach Inhalt der veröffentlichten Informationen – die Stellung der Organisation als unparteiischer Beobachter gefährden.

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