Die Lange Nacht der Kirchen bricht alle Rekorde

Die lange Nacht der Kirchen in Wien
Die lange Nacht der Kirchen in Wien
Die Veranstalter konnten sich über einen enormen Ansturm freuen: Rund 310.000 Besucher strömten in die Gotteshäuser. Publikumsmagnet war natürlich der Wiener Steffl.

Davon pilgerten alleine mehr als 130.000 Personen in Wien in die Kirchen – insgesamt ein Plus von 35.000 gegenüber dem Vorjahr. Bundesweit hatten mehr als 700 Kirchen zwischen 18.00 Uhr und 1.00 Uhr früh die Türen geöffnet gehabt, berichtete Pressesprecher Georg Radlmair in einer Stellungnahme gegenüber der APA.

Sehr erfreut über den Besucherandrang zeigte sich auch der Wiener Erzbischof, Christoph Kardinal Schönborn. Die Erwartungen seien “deutlich übertroffen” worden, sagte Schönborn in der Nacht auf Samstag gegenüber der Kathpress. Einmal mehr habe sich gezeigt, dass die “Lange Nacht” eine gute Idee sei, die “viele Menschen und viele Herzen anspricht”.

Der Kardinal selbst diskutierte in der Kalvarienbergkirche in Wien-Hernals mit dem Politikwissenschaftler Anton Pelinka über das politische Engagement der Christen, die sich heute als “Kontrastgesellschaft in einer Mehrheitsgesellschaft” neu definieren und dem “hedonistischen Individualismus” entgegentreten sollen. Schönborn äußerte sich zudem besorgt, dass man während der jetzigen Wirtschaftskrise den Sozialstaat durch Rettungspakete überlaste und der nächsten Generation ein kaum zu tragendes Schuldenproblem weiterreiche.

In der Franziskanerkirche in der Wiener Innenstadt fand eine Diskussionsrunde zum Thema Kirchenaustritt statt, bei der Wissenschaftsminister Johannes Hahn (V) bekannte, Ende der 1980er Jahre wegen einer beträchtlichen Kirchenbeitragsvorschreibung aus der Kirche ausgetreten zu sein. Mittlerweile fühle er sich in der Kirche wieder wohl und Strukturdebatten tangierten ihn kaum. Der Sprecher der Laienbewegung “Wir sind Kirche”, Hans Peter Hurka, berichtete, dass die Plattform wegen der jüngsten Aufregung um den Kirchenkurs ein Treuhandkonto eingerichtet hätte, auf dem Austrittswillige ihren Kirchenbeitrag “parken” können, um ihren Unmut zu bekunden.

Besuchermagnet war wieder der Stephansdom in Wien. Mehr als 50.000 Menschen wurden in der Kathedrale gezählt, über 1.000 Besucher bestiegen die 343 Stufen zur Türmerstube des Südturmes im 136 Meter hohen “Steffl”.

Auch erste Zahlen aus den Bundesländern brachten teils Besucherrekorde: Mit 18.000 Besuchern schaffte man in Salzburg laut Kathpress eine Steigerung um 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rund 45.000 bis 50.000 Besucher wurden in Oberösterreich gezählt, auch in der Steiermark kamen laut Organisatoren rund 45.000 Personen in die Kirchen. Eine Steigerung um gut 15 Prozent vermeldete das Burgenland, wo rund 17.000 Besucher gezählt wurden. Geschätzte 22.000 Menschen nutzten das Angebot in Tirol. Insgesamt konnten mehr als 3.000 Einzelveranstaltungen besucht werden.

Die “Lange Nacht der Kirchen” ist ein gemeinsames Projekt aller 14 christlichen Glaubensgemeinschaften des Landes. Nach Angaben des Wiener Bischofsvikars Karl Rühringer wird die nächste “Lange Nacht der Kirchen” am 28. Mai 2010 stattfinden.

 

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