Die Hörsaalbesetzer mobilisieren wieder

Mit Beginn des neuen Studienjahres gibt auch die "uni brennt"-Bewegung wieder ein Lebenszeichen von sich. Am 22. Oktober feiern sie außerdem Jubiläum.
Studentenproteste: Audimax geräumt
Räumung des Audimax
Audimax: Kundgebung vor der Uni Wien
Audimax-Besetzung an der Uni Wien

Zuletzt war die “#uni brennt”-Bewegung auf ein paar Dutzend Aktivisten zusammengeschrumpft. Jetzt, wo für die Uni-Vollversammlungen am 19. Oktober und die Demos danach mobilisiert wird, wächst sie wieder. Wie rasch, stark und nachhaltig, lasse sich noch nicht einschätzen, so ein “#uni-brennt”-Pressesprecher zur APA. Klar sei aber: “Es kommen immer mehr neue Leute dazu.”

Es wird wieder in Arbeitsgruppen wie der “AG heißer Herbst” an Protestaktionen gearbeitet und im Internet – dem wichtigsten Mobilisierungsmittel der Studenten – zur Teilnahme an Aktivitäten wie Transparente-Malen aufgerufen. Auch wenn dann tatsächlich nur zehn Studenten vor dem Hauptgebäude der Uni Wien Parolen auf Stoffbahnen gepinselt haben – die Solidarität der Studenten mit der Protestbewegung sei zu spüren, zeigte sich ein “#uni brennt”-Aktivist optimistisch.

Auch die Vernetzung der Gruppen an den verschiedenen Unis ist wieder angelaufen, gemeinsam wollen sie gegen “Verschlechterungen an den Unis (Zugangsbeschränkungen; Studiengebühren)” kämpfen. “Je besser wir vernetzt sind”, heißt es in dem Aufruf im sozialen Netzwerk facebook, “desto mehr können wir auch wieder politische Macht an uns reißen”.

Jubiläum der Uni-Besetzung

Weitere Aktionen nach den Vollversammlungen werden zumindest nicht ausgeschlossen. “Wir müssen mal schauen, was sich ergibt.” Sollten sich die Rektoren hinter die Studenten stellen, wären etwa Hörsaalbesetzungen kontraproduktiv, so die Einschätzung des Pressesprechers. Allerdings, schränkt die Chefin der HochschülerInnenschaft (ÖH), Sigrid Maurer (Grüne und Alternative StudentInnen, GRAS) ein: “Das einzige, was an der Protestbewegung berechenbar ist, ist, dass sie unberechenbar ist.”

Drei Tage nach den Vollversammlungen steht jedenfalls bereits der nächste Fixtermin bei “#uni brennt” an: Am 22. Oktober wird der erste Jahrestag der Audimax-Besetzung gefeiert, mit einer Fotoausstellung, einer Reflexions- und Diskussionsveranstaltung, Torten-Essen und Musik – ein Ort für die Feierlichkeiten steht noch nicht fest. Warum man den Jahrestag einer Bewegung feiert, deren Aktionen letztlich doch keine Verbesserungen für die Unis gebracht haben? “Es geht darum”, so der Pressesprecher, “ein Lebenszeichen von uns zu geben”.

 

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