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Die große Reise - Trailer und Kritik zum Film

Der oberste Grundsatz im Kloster lautet Gehorsam. Als das Annunziatkloster im niederösterreichischen Eichgraben verkauft werden soll, heißt es für die übrigen, teils hochbetagten Klosterschwestern daher: Hinnehmen und loslassen. Alle Spielzeiten auf einen Blick

Doch das fällt nicht jeder von ihnen leicht. Der ORF-Journalist und Regisseur Helmut Manninger hat sie in ihren letzten Wochen in ihrer geliebten Umgebung begleitet und mit “Die große Reise” einen ruhigen, behutsamen Dokumentarfilm über menschliche Schwächen und göttliche Fügungen geschaffen. Ab Freitag im Kino.

Die große Reise: Die Geschichte

Waren es einst 250 Klosterschwestern, die im Annunziatakloster Stein der Franziskanerinnen Missionarinnen Mariens auf Missionseinsätze vorbereitet wurden, hüten zuletzt nur noch rund 25 Frauen das neugotische Haus im Bezirk St. Pölten. Mal beherbergte es ein Pensionistenheim, dann einen Kindergarten. Doch ausbleibende Neueintritte und die teure Instandhaltung des 100 Jahre alten Gebäudes führen 2011 zur Schließung. Viele der Schwestern haben mehrere Jahrzehnte hier verbracht, sind mittlerweile über 80 Jahre alt. Mit dem Abschiednehmen gehen sie alle sehr unterschiedlich um.

Nicht hinter Klostermauern, sondern “innerlich frei” fühle man sich hier, sagt die mittlerweile 93-jährige, bettlägerige Schwester Henriette. Man klammere sich an nichts, und so wird auch der Abschied aus Eichgraben als Wille Gottes akzeptiert. Während Schwester Aloisia, die vor 50 Jahren das Kloster über ihre Heiratspläne stellte, ihr Schicksal schon lange akzeptiert hat, weigert sich Schwester Martha bis zuletzt zu packen. “Jetzt wart’ ma noch ein bisserl ab”, sagt sie bei der Mediation. Als der Tag kommt und die Schwestern ihren Weg in neue Kloster antreten, weiß auch sie: “Von Eichgraben aus, von Wien oder von Seitenstetten aus – der Weg zum Himmel ist immer gleich weit.” Und die, die Gott am nächsten stehen, sind auch nur Menschen mit Angst vor Abschied und Veränderung.

Die große Reise: Die Kritik

Ursprünglich Ende 2011 im Rahmen der ORF-Religionsreihe “kreuz und quer” in einer kürzeren Fassung ausgestrahlt, lässt “Die große Reise” nun eine langsame, ruhige Beobachtung eines uns fremden Lebens im Kloster zu. Einzig der Untertitel (“Nicht alle sind gehorsam”) leitet in die Irre, bleibt die Nonnenrevolte doch aus. Die Dreharbeiten setzen erst ein, als der Klosterverkauf beschlossene Sache ist und die Frauen (bis auf einer Ausnahme) bereits ihren Frieden damit geschlossen haben. So ist die Kamera von der Mediation samt Sinnsuche bis zum letzten Weihnachtsfest und dem stetigen Abbau der Kapelle dabei, hält sich dezent im Hintergrund, wenn die Schwestern ihre täglichen Arbeiten verrichten; ist nahe dran, wenn sie charmant erzählen, wie sie einst zu ihrer Berufung gefunden haben, wie sie ihr Leben im Kloster bestreiten und nun nach Jahrzehnten Abschied nehmen und ihre Sachen zusammenpacken müssen. Sie behalten sich in der schwierigen Zeit ihren besonderen Humor, scherzen mit dem Regisseur und seinem Kameramann Robert Neumüller – ist sonst doch der Hausbesorger scheinbar der einzige Mann im Haus.

(APA)

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