Die fantastische Welt von Oz - Trailer und Kritik zum Film

Drag me to Oz statt "Drag me to Hell": Horrorfilmexperte Sam Raimi wendet sich für das Prequel des Hollywoodklassikers "Der Zauberer von Oz" nicht dem "Tanz der Teufel", sondern dem fröhlichen Treiben in "Die fantastische Welt von Oz" zu. Alle Spielzeiten auf einen Blick

So schildert der Regisseur mit einem Cast gut aussehender Jungstars, wie die später von Judy Garland als Dorothy, der Vogelscheuche, dem Löwen und dem Blechmann durchhüpfte Welt zu dem wurde, was sie 1939 war: Ein von guten und bösen Hexen und nicht zuletzt dem großen Zauberer von Oz beherrschtes Land. Da sich letzterer ja allerdings alsbald als Schwindler entpuppte, zeichnet “Die fantastische Welt von Oz” nun dessen Karriereweg in einer Mischung aus Retrooptik und aufwendiger Bildwelt nach. Ab Donnerstag im Kino.

Der halbseidene Zirkusmagier Oscar Diggs, genannt Oz (James Franco), hat nicht nur zahlreiche weiße Kaninchen, sondern auch zahlreiche Frauen auf dem Gewissen. Auf der Flucht in einem Heißluftballon vor einem betrogenen Ehemann verschlägt es den David Copperfield für Arme zunächst in einen Hurrican und damit aus dem biederen Kansas in eine quietschbunte Welt.

Sicher nicht mehr Kansas: Sam Raimis “Die fantastische Welt von Oz”

Dort läuft er der schönen Hexe Theodora (Mila Kunis) in die Arme, die ihn für den großen Zauberer hält, der ihr Land von der bösen Hexe befreien und König werden soll. Nach einem One-Night-Stand zeigt sich Oz erweicht und zieht mit der Kurzzeitpartnerin in die Smaragdstadt ein. Dort lässt er sich von Theodoras schöner Schwester Evanora (Rachel Weisz) überreden, deren Widersacherin und ebenfalls Schwester Glinda (Michelle Williams) außer Gefecht setzen. So zieht er mit dem fliegenden Affen Finley (im Original mit der Stimme von “Scrubs”-Star Zach Braff) und einem Porzellanmädchen ins dunkle Land.

Selbstredend ist die Reise auch eine Reise zum eigenen, guten Kern. So mutiert Francos Zauberer durch allerlei moralische Lektionen vom Frauenfresser zum Frauenversteher. Da aber zugleich viele Frauen nach einer Nacht mit Filmbeau James Franco verrückt sind, entwickelt sich das bonbongeschäftbunte Treiben auch zum Schwesterndrama über enttäuschte Liebe, die richtigen Wege zum Glück und Konvertitinnen zwischen der guten und der bösen Seite der Macht.

Franco gibt seinen Oz dabei mit dauergrinsender Eindimensionalität, während Williams als Mischung aus ihrer jüngsten Paraderolle Marilyn Monroe und der immer etwas bekifft wirkenden guten Fee Glinda aus 1939 agiert. Durchaus liebevoll werden auch visuelle Vorlagen des Klassikers aus 1939 aufgenommen, wenn die gute Fee in der Blase, die böse hingegen am rauchenden Besen reist.

Auch bei der Bildgestaltung setzt Raimi durchaus auf Retrocharme – angefangen beim obsoleten 4:3-Format in Schwarz-Weiß in Kansas, das sich erst in der neuen Welt in buntes Breitwandformat öffnet. Dabei agieren die Protagonisten beinahe ausschließlich vor computergenerierten Hintergründen, was auch nicht wirklich zu verheimlichen ist – ein bisschen wie “Roger Rabbit” mit umgekehrten Vorzeichen. Zugleich kann sich der Meister des Grusels Zitate nicht verkneifen, wenn die böse Hexe nach rapidem Alterungsprozess mit einem Male aussieht wie die böse Zigeunerin aus “Drag me to hell”, was das Vergnügen kleinerer Kinogänger etwas trüben könnte.

(APA)

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