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Diamantenfieber?

"Diamonds are a girls best friend!" - Nicht unbedingt. Naomi Campbell, das Supermodel mit dem Hang zum Auszucken, muss sich wegen eines Diamanten immer wieder unangenehme Fragen stellen lassen. Zuletzt von einem Team des US-TV-Senders "ABC". Es wurde ein kurzes Gespräch ...
Naomi Campbell 2010
Naomi läuft auf der India Fashion Week

Dass man im Umgang mit Naomi Campell, 39, besser Vorsicht walten lässt, ist jedem klar, dem die vielen Berichte über ihre gewalttätigen Wutausbrüche bekannt sind: Da wurde schon gebissen, gekratzt, getreten, gespuckt, gebrüllt und mit Handys geworfen. Nicht gerade die feine englische Art …

Diesmal trifft es die Kamera

Journalisten, die Frau Campbell unangenehme Fragen stellen, müssen klarerweise damit rechnen, dass die Reaktion des Supermodels darauf eher unschön ausfallen könnte. Daher war es nun von einer “ABC”-Redakteurin mehr als mutig, Naomi auf ein altes Reizthema anzusprechen: den “Blutdiamanten”! “Blutdiamanten” nennt man Diamanten, die in Bürgerkriegsländern gefördert werden, um mit ihrem Verkauf an Geld für Waffen und Truppen zu kommen.

Einer dieser Edelsteine soll 1997 “zweckentfremdet” worden sein: denn Charles Taylor, ehemaliger Warlord und damaliger Präsident des bitterarmen afrikanischen Staates Liberia, soll ihn Naomi während eines Südafrika-Aufenthalts geschenkt haben. Was man nur weiß, weil das damals junge Model es ihrer Freundin Mia Farrow erzählt haben soll.

Die sozial sehr engagierte Hollywood-Schauspielerin fand es natürlich absolut nicht in Ordnung, dass sich Naomi ein solches Geschenk machen hatte lassen, und brachte ihren Unmut darüber in Interviews zum Ausdruck. Naomi selbst bestritt stets, im Besitz eines solchen Diamanten zu sein. Was die ABC-Reporterin nun aber nicht davon abhielt, sich nach dem Stein zu erkundigen.

ABC: Sie haben einen Diamanten von Charles …

Campbell: Ich habe keinen Diamanten bekommen. Und ich werde nicht darüber sprechen. Vielen Dank! Und dafür bin ich nicht hier.

Sie haben aber mit Charles Taylor zu abend gegessen?

Das war ein Abendessen mit Nelson Mandela. Vielen Dank!

Haben Taylors Männer ihnen einen Diamanten gebracht? Einen großen Rohdiamanten?

Campbell dreht ihr Gesicht weg und schweigt.

Wir haben erfahren, dass sie der Staatsanwaltschaft in diesem wichtigen Fall nicht geholfen haben.

Ich danke Ihnen vielmals. Auf Wiedersehen!

Sprach’s und versetzte beim Abgang der ABC-Kamera einen deftigen Schlag. Charles Taylor, 62, wird zurzeit in Den Haag vor dem Internationalen Strafgerichtshof wegen angeblicher Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit der Prozess gemacht.

(seitenblicke.at/Foto:AP)

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