Deutschland erstmals seit 1999 Asylland Nummer 1

Weltweit nimmt die Zahl der Asylbewerber zu - mit am stärksten in den USA, Frankreich und Deutschland. Und durch den Syrien-Krieg wird die Zahl der Menschen, die im Westen Schutz suchen, nach UN-Angaben noch weiter steigen. In Österreich haben sich die Zahl der Asylanträge im Vergleich zum Vorjahr 2012 kaum verändert.


In Österreich bewegten sich die Zahlen mit 17.503 Asylanträgen ungefähr im Bereich von 2012: Im Vorjahr bewarben sich 17.413 Personen um Asyl. Deutschland wurde erneut zu einem Hauptzielland für Asylsuchende: Erstmals seit dem Zustrom von Flüchtlingen während des Bosnienkriegs in den 90er-Jahren sind 2013 in der Bundesrepublik wieder mehr Asylanträge gestellt worden als in jedem anderen sogenannten westlichen Land. Die Zahl stieg gegenüber dem Vorjahr um 70 Prozent auf 109.600. Sie lag damit nach jüngsten UN-Zahlen deutlich über dem Durchschnitt der 28 EU-Staaten, wo 2013 eine Zunahme um 32 Prozent auf insgesamt 398.200 Anträge verzeichnet wurde.

Deutschland sei noch weit vor den USA, Frankreich und Schweden zum größten Aufnahmeland für Asylbewerber unter allen 44 als industrialisiert eingestuften Staaten geworden, erklärte das Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) in seinem globalen Asylbericht 2013. Insgesamt sei die Zahl der registrierten Asylsuchenden in diesen 44 Ländern 2013 um 28 Prozent auf 612.700 gestiegen, heißt es in dem zur Veröffentlichung am Freitag in Genf vorgelegten Bericht. Zuletzt waren die Zahlen 2001 auf diesem Niveau laut Aussendung des Flüchtlingshochkommissariats der Vereinten Nationen.

Eine der wichtigsten Ursachen sei die Vertreibung von immer mehr Menschen durch den Krieg in Syrien, erklärte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Antonio Guterres. Immer mehr von ihnen würden versuchen, außerhalb der direkt betroffenen Region Aufnahme zu finden.

Mit 88.400 Antragstellern haben die USA – sonst meist an der Spitze der UNHCR-Asylstatistik – 2013 die zweitgrößte Zahl von Bewerbern aufgenommen. In Frankreich waren es 60.100, in Schweden 54.300. An fünfter Stelle steht die Türkei. Dort wurden 44.800 Asylanträge gestellt, zumeist von Afghanen und Irakern. Zugleich verzeichnet die Türkei unter den 44 erfassten Ländern mit rund 640.900 Menschen die mit Abstand größte Zahl von registrierten Flüchtlingen des Syrien-Krieges.

(S E R V I C E: Gesamter UNHCR-Bericht abrufbar unter:)

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