Deutscher hortete Waffen auch in Österreich

Ein deutscher Waffenliebhaber hat in mehr als 20 Erdlöchern in Deutschland und Österreich selbst gebastelte Bomben, Handgranaten, Sprengstoff und Waffen gehortet. Die bayerische Polizei fand seine Verstecke erst nach aufwendigen Entschlüsselungsarbeiten. Der Grund: Er hatte sich ein kompliziertes Zahlensystem ausgedacht, das er auf Landkarten eintrug, um seine Waffenlager wiederzufinden.

“Besonders die verschlüsselten Handskizzen stellten die Ermittler vor eine schwierige Aufgabe”, teilte die Polizei Bayreuth am Freitag mit. Im Mai 2008 war die Polizei dem 53-Jährigen durch einen Zufall auf die Spur gekommen. Beamte hatten den Obdachlosen in Bayreuth kontrolliert, weil der Mann sich mit Handschuhen und einer Zange an einem Fahrrad zu schaffen machte.

Als die Beamten den Mann durchsuchen wollten, schoss er unvermittelt auf einen der beiden Polizisten. Dessen 37 Jahre alter Kollege schoss zurück und traf den Angreifer sechsmal. Trotz seiner Verletzungen war es dem Angreifer schließlich gelungen, wegzlaufen und sich das Leben zu nehmen.

Später hatten die Ermittler bei dem Mann die Lagepläne für die Depots entdeckt, die sogar mit einem Inhaltsverzeichnis versehen waren. “Die jeweils aufgezählten Gegenstände wie Handgranaten, Sprengstoff, Bomben, Zünder und Schusswaffen fanden die Kriminalpolizeibeamten tatsächlich in den bislang geöffneten Erddepots”, hieß es in der Mitteilung. Die meisten Verstecke gab es in Wäldern in Bayern. Andere wurden in Sachsen, Thüringen und Brandenburg entdeckt, drei Depots sogar in Österreich. Wo in Österreich diese angelegt waren, war trotz einer Anfrage der APA zunächst unklar.

Die Ermittler glauben nicht, dass der gelernte Betonbauer ein Terrorist war, sondern Waffen ihn vielmehr nur begeisterten.

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