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Deutsche Hooligans in Klagenfurt - 100 Festnahmen

Rund 100 deutsche Hooligans sind am Sonntagabend in Klagenfurt festgenommen worden.

Zunächst hatte eine rund 60 Mann starke Gruppe vor dem Spiel Deutschland gegen Polen Sprüche skandiert, die an die Nazi-Zeit erinnerten. Mit Beginn der Begegnung trat eine zweite Gruppe in Erscheinung. Beide wurden aber binnen kürzester Zeit von der Polizei eingekreist. Die ungefähr 100 Festgenommenen sollen wegen Landfriedensbruches angezeigt und des Landes verwiesen werden.

Die im allgemeinen eher unauffällig gekleidete Gruppe von 60 Mann formierte sich auf dem Alten Platz in der Innenstadt und zog von dort aus lautstark durch die Herrengasse in die Ursulinengasse. Die Hooligans skandierten Sprüche, unter anderem “Alle Polen müssen einen gelben Stern tragen”. Die Juden wurden im Dritten Reich bekanntlich gezwungen, dies zu tun.

In der Ursulinengasse wurden die Randalierer allerdings schon von einer starken Polizeieinheit, bestehend aus Angehörigen der Wiener Polizei-Spezialeinheit WEGA und einer Verstärkung aus Bayern, erwartet und eingekreist. Einigen gelang es, durch Seitengassen zu entkommen, der überwiegende Teil der Gruppe wurde aber festgehalten.

Mit Beginn der Begegnung Deutschland-Polen trat lautstark eine zweite Gruppe deutscher Hooligans in Erscheinung. Auch dieser rund 40 Mann starke Trupp wurde binnen kürzester Zeit von Polizisten eingekreist und am Weglaufen gehindert. Die zweite Gruppe skandierte ebenfalls Sprüche, die an die Nazi-Zeit erinnerten. So hieß es etwa: “Deutsche wehrt euch. Kauft nicht bei Polen!”

Nachdem die Hooligans zerniert waren, erfolgte per Lautsprecher die polizeiliche Aufforderung, bei den Amtshandlungen kooperativ zu sein und den Anweisungen zu folgen. Die Deutschen wurden dann nach und nach in Arrestwagen verbracht und arrestiert.

Sehr aufgeheizt war auch die Stimmung in der größten Fanzone auf dem Messegelände nach der 1:0-Führung der deutschen Mannschaft. Zwischen – zumeist angetrunkenen – Polen und deutschen kam es zu Beschimpfungen, auch erste gröbere Rangeleien wurde beobachtet. Rund ein Dritte der Tausenden Fans waren Deutsche, schätzungsweise zwei Drittel Polen.

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