Detektiv deckt auf: Ladendiebe sind häufig Stammkunden

An vertrauten Orten sinkt die Hemmschwelle auch beim Stehlen.
An vertrauten Orten sinkt die Hemmschwelle auch beim Stehlen. ©bilderbox.com (Sujet)
Gute Bekannte bestiehlt man nicht? Falsch gedacht, denn in vielen Fällen verhält es sich genau umgekehrt. Zahlreiche Ladendiebe sind Stammkunden, weiß Berufsdetektiv Markus Schwaiger. Und ihre Beute kann durchaus sehr skurril sein.

“Es ist eine Entwicklung, die wir im letzten Jahr vermehrt wahrgenommen haben. Viele Täter, die wir auf frischer Tat ertappen, kennen das Geschäft und, vor allem im ländlichen Raum, auch das Verkaufspersonal, sehr gut”, weiß Berufsdetektiv Markus Schwaiger, Leiter der in Wien ansässigen Detektiv-Akademie Eurodet.

Die Beweggründe erklärt Schwaiger so: “An vertrauten Orten sinkt die Hemmschwelle, und das ist offenkundig auch beim Ladendiebstahl der Fall.” Was viele nicht wissen: Ladendiebe richten einen enormen volkswirtschaftlichen Schaden an. Laut Schätzungen der Wirtschaftskammer lässt sich dieser jährlich auf 500 bis 800 Millionen Euro beziffern.

“Naturalrabatt”: Ladendiebe sind meist Stammkunden

Laut Schwaiger werden am häufigsten Elektronik-Artikel wie Mobiltelefone, Markenkleidung, Parfums, aber auch Alkohol und Kondome gestohlen.

“Was erschreckend ist, die Täter werden immer jünger. Die Täter kommen quer aus allen Alters- und sozialen Schichten, 40 Prozent davon sind Frauen. Es kommt oft vor, dass Ladendiebe sich selbst einen Naturalrabatt geben. Sie kaufen beispielsweise Waren im Wert von 200 Euro ein und lassen dann etwas im Wert von fünf Euro mitgehen. Ein Klassiker sind Batterien”, so der Berufsdetektiv.

Skurriles Diebesgut: Truthahn-Diebstahl führt zu Ohnmacht

Es gibt nichts, was es nicht gibt. Auch Ladendiebe fallen manchmal aus der Reihe. Zwei skurrile Fälle aus dem Alltag sind Berufsdetektiv Markus Schwaiger in besonderer Erinnerung geblieben.

Die Basilikum-Diebin: Eine Frau rupfte in einem Supermarkt die Blätter einer Basilikum-Pflanze aus und steckte sie ein. Normalerweise wird in so einem Fall nur eine Verwarnung ausgesprochen, der Berufsdetektiv musste jedoch die Polizei rufen, da sich die Frau und ihr Mann uneinsichtig zeigten und einen Aufruhr im Supermarkt veranstalteten.

Pensionistin versteckt Truthahn unter ihrem Rock: Eine ältere Dame bindet einen Truthahn aus der Tiefkühl-Abteilung mit einer Schnur an ihrem Gürtel fest und versteckt das Diebesgut unter ihrem Rock. Sie fiel in der Warteschlange bei der Kasse in Ohnmacht, da sie nicht bedacht hatte, dass der Truthahn bei minus 18 Grad gekühlt wurde und dazu noch ein gewisses Gewicht hatte.

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