Designer Richard Rozbora im Interview: "Wien ist als Fashion City am Wachsen"

Elegant und Tragbar: Die Mode-Linie von Richard Rozbora.
Elegant und Tragbar: Die Mode-Linie von Richard Rozbora. ©Petra Benovsky
Geboren wurde er in Helsinki, aufgewachsen ist er in der Slowakei, seine Ausbildung machte er u.a. in London - und seine Kreationen brachte er nach Wien. Der Mode wegen kam Richard Rozbora in die östereichische Bundeshauptstadt. Im Gespräch verriet er, wieso Wien eine "Fashion City" wird, wie Designer sich hier behaupten können, was er vom "Model-Magerwahn" hält -  und die Trends in diesem Winter.
Rozbora: Herbst-Winter-Mode 2013
Rozbora Couture auf der Vienna Fashion Week
Der Store in Wien
Meet & Greet mit dem Designer

Wie würden Sie den Style von Rozbora Couture beschreiben?

Ich kreiere Mode für Frauen, weil ich da meine Fantasie mehr spielen lassen kann. Meine Kreationen sind sehr weiblich, tragbar und sie sind alle Originale – mein Motto lautet “slow Fashion”! Ich lege also bei meiner Mode auch Wert auf traditionelle Designführung. Dadurch ist jede Kollektion langlebig und man kann sie über mehrere Saisonen tragen – sie geraten nicht aus der Mode.

Ihre Zielgruppe?

Alle Frauen aus jeder Altersstufe tragen gerne qualitative Mode, die ihre Persönlichkeit unterstreichen. Ich designe für Frauen, die diese hohe Qualität schätzen, die Handarbeit, interessante Schnitte, die Liebe zum Detail und Frauen, die sich gerne einzigartig einkleiden. Die Besonderheit meiner Modelle besteht darin, dass man einzelne Teile auch gut Cross kombinieren kann – etwa mit einfachen Jeans.

Was sind Ihrer Meinung nach die “Musts” in diesem Winter?
Ich empfehle für die Winterzeit grundsätzlich bequeme Modelle aus Wolle und Kashmir zu tragen, in den Farben Weiß, Nude, Beige, Braun, Bordeaux, aber auch in Grün, Grau und Achwarz. Bei der Wahl der Farben ist es wichtig, dass man seinen Hautton beachtet. Für den Abend ist diese Saison sicher das Thema Metallic und Spitze ein ganz wichtiges.

Rozbora: “Wien wird mehr und mehr zur Mode-Stadt”

Warum brachten Sie ihre Couture nach Wien?

Meine Wurzeln reichen bis nach Wien – von hier stammen meine Vorfahren. Außerdem ist Wien eine großartige Stadt, die gerade dabei ist, in der Mode eine Weltmetropole zu werden, so wie sie es im Bereich der Musik und Kultur schon lange ist. Wien rückt immer mehr in das Interesse der Fashionwelt. Die MQ Vienna Fashion Week, an der wir heuer erstmals teilgenommen haben, bietet Designern etwa die Möglichkeit, sich vor nationalem wie internationalem Publikum zu präsentieren und trägt so einen wichtigen Teil zu der Internationalisierung der Wiener Modeszene bei.

Wie stark hat sich die Modeszene in Wien in den letzten Jahren entwickelt? Fördert die Stadt Potenzial, oder haben es aufstrebende Designer schwer hier?

Die Modeszene in Wien ist sehr interessant und hat großes Potenzial. Natürlich sind hier immer noch die altbewährten Marken im Vordergrund, aber eine neue Szene nationaler Designer-“Heroes” hat sich entwickelt und macht auf sich aufmerksam. Es ist nicht immer ganz einfach, sich hier durchzusetzen, aber ich bin der Meinung, wenn man seiner Qualität treu bleibt, und ein hohes Level hält, wird das auch geschätzt und entsprechend entlohnt.

Ist denn Wien eine “Mode-Stadt”?

Ja, davon bin ich überzeugt – sonst wäre ich nicht vor einem Jahr mit meiner Boutique nach Wien gezogen. Wien als “Fashion City” ist gerade am wachsen und gedeihen.

Mit Blick auf Models – wie verorten sie die aktuellen Schönheitsideale?Schönheit liegt meiner Meinung nach immer im Auge des Betrachters. Es gibt so viele Formen der Schönheit. Ich in etwa bevorzuge die natürliche Schönheit. Dem Magerwahn kann ich nichts abgewinnen. Und ich habe auch mit meiner Mode ein Statement gegen diesen Trend gesetzt, indem ich keine 0-Size Modelle in meinen Kollektionen führe.

Model-Casting Shows: Ja oder Nein?

Ein schwieriges Thema.. es wird eine falsche Realität vermittelt, auf der anderen Seite ist es wichtig, auch die Mode und die damit verbundene Modelszene zu unterstützen.

Was ist ihr persönlicher Rat für junge Nachwuchsdesigner?

Talent ist leider nicht alles. Eine große Portion Hingabe und Liebe zu dem Beruf, Professionalität, ein hoher Qualitätsanspruch und genaues Arbeiten sind notwendig, um erfolgreich zu werden.

Wo sehen Sie sich selbst in 10 Jahren?

Vielleicht immer noch in der Führichgasse 4 in Wien … (lacht). Aber natürlich würden mich auch noch andere Orte interessieren. Aber in jedem Fall werde ich in 10 Jahren immer noch Mode machen. Bitte fragen Sie mich in 10 Jahren wieder!

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