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Desaströser SKN St. Pölten verliert gegen Kapfenberg 1:7

Der SKN St. Pölten hat auch sein zweites Spiel im Frühjahr glatt verloren. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt bot die neu formierte Vierer-Abwehrkette der Niederösterreicher phasenweise eine kabarettähnliche Vorstellung. Kapfenberg gewann völlig verdient mit 7:1.

 „Mund abwischen und weiter geht’s“, lautete die Devise des SKN St. Pölten nach der Auftaktniederlage beim FC Lustenau (1:3). Die Lippen waren kaum trocken, da patzte der Kapfenberger SV die neu formierte Viererkette der „Wölfe“ – Michael Popp und Marcel Holzmann waren gelbgesperrt, Manuel Rödl krank – auch schon das erste Mal an. Nach nur einer Minute und elf Sekunden köpfte Ralph Spirk einen von Joachim Standfest getretenen Eckball zum 1:0 für die Steirer ein.  Nach einer weiteren guten Chance der Kapfenberger – vergeben durch Ibrahim Bingöl (5.) – holte St.  Pöltens Keeper Christoph Riegler Stürmer Philipp Wendler im Strafraum von den Beinen und der KSV bekam einen Elfmeter. Selbigen verwertete Danijel Micic, der Riegler gekonnt ins falsche Eck schickte (12.). Keine fünf Minuten später erhöhte Kapfenberg zum Entsetzen des St. Pöltner Publikums – darunter zwei Tage vor den NÖ Landtagswahlen auch Landeshauptmann Erwin Pröll – schon auf 0:3 – diesmal war Wendler per Kopf erfolgreich. Anschließend gab es ein kurzes Aufflackern des SKN, als Peter Brandl mit einem sehenswerten Volleyschuss ins lange Eck auf 1:3 verkürzte. Es dauerte allerdings wirklich nicht lange, ehe der KSV in der völlig verrückten ersten Hälfte auf 4:1 und 5:1 erhöhte. Erst verwandelte Micic seinen zweiten Elfer (28.), nachdem der völlig indisponierte Raphael Rathfuss Dietner Elsneg gefoult hatte. Er bekam Gelbrot. Riegler sprang erneut ins falsche Eck . Danach war wieder Wendler dran, der nach einem Missverständnis der unfassbar schwachen St. Pöltner Abwehr völlig freistehend den Ball nur mehr an Riegler vorbei ins Tor schieben musste (38.).

Verwaltung nach der Pause

 Nach der Pause taten die Steirer nur mehr das Notwendigste. Die dezimierten St. Pöltner versuchten tunlichst, das Ergebnis zu verbessern, scheiterten mit ihren Angriffsbemühungen aber immer wieder kläglich.  Einzig der ambitionierte Michael Ambichl setzte den einen oder anderen Nadelstich, schaffte aber keinen brauchbaren Abschluss. In der 56. Minute konnte Riegler dann einen scharfen, aber zu unplatzierten Schuss von Elsneg, parieren, also erstmals glänzen.

Erwin in den Sturm

In der 74. Minute patzte St. Pöltens Keeper dann bei einem schwachen Lupfer von Standfest und seine Abwehrspieler sahen auch noch staunend zu, wie Elsneg den Abpraller zum 6:1 verwertete. Und in der Nachspielzeit durfte dann auch noch der KSV-Joker Dragan Jelic zuschlagen und mit seinem Treffer zum 7:1 den Schlusspunkt setzen. Die SKN-Fans nahmen es mit Galgenhumor und forderten: „Erwin in den Sturm, Erwin in den Sturm, Erwin, Erwin, Erwin in den Sturm.“ Dabei kann nur Pröll gemeint gewesen sein, denn beim SKN heißt keiner Erwin.

Erste Liga (21. Runde):

SKN St. Pölten – Kapfenberger SV 1:7 (1:5)

St. Pölten, NV Arena, 2.100 SR: Christopher Jäger

Torfolge: 0:1 Spirk (2., Kopf),  0:2 Micic (12., Foulelfmeter), 0:3 Wendler (16., Kopf), 1:3 Brandl (21.), 1:4 Micic (28. Foulelfmeter), 1:5 Wendler (38.), 1:6 Elsneg (74.), 1:7 Jelic (93.)

SKN St. Pölten: Riegler – Zwierschitz, Kotynski, Rathfuss, Peinsipp  – Ambichl, Jano, Brandl (72. Schibany), Kerschbaumer (63. Felix), Gorka (37. Zahuranec) – Sadovic

Kapfenberger SV: Lukse – Standfest Schönberger, Gollner, Pürcher – Wolf (69. Ronivaldo), Spirk (69. Grgic), Micic, Bingöl – Wendler, Elsneg (76. Jelic)

Gelbe Karten: Riegler (11. Foul), Rathfuss (15. Foul), Kerschbaumer (26. Foul), Zwierschitz (81. Foul) bzw. Wendler (45. Foul) 

Gelbrote Karte: Rathfuss (27. Foul)

Die Besten: Ambichl bzw. Standfest, Spirk, Micic, Bingöl, Wendler, Elsneg

 

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