Der Rotkreuz-Stützpunkt in Lochau wurde nach 15 Jahren geschlossen

Der Rotkreuz-Stützpunkt in Lochau neben dem Feuerwehrhaus an der Hofriedenstraße als Außenstelle der Rotkreuz-Abteilung Bregenz sagte nach 15 Jahren leise Servus. Eine Nachnutzung ist noch offen.
Der Rotkreuz-Stützpunkt in Lochau neben dem Feuerwehrhaus an der Hofriedenstraße als Außenstelle der Rotkreuz-Abteilung Bregenz sagte nach 15 Jahren leise Servus. Eine Nachnutzung ist noch offen. ©Schallert / BMS
Lochau. Die Jalousien sind heruntergelassen, der Rotkreuz-Stützpunkt in Lochau neben dem Feuerwehrhaus an der Hofriedenstraße wurde nach fünfzehn Jahren geschlossen.
Rotkreuz-Stützpunkt in Lochau – Dokumentation in Bildern

Der Mietvertrag mit der Gemeinde Lochau wurde aufgelöst, eine Nachnutzung bleibt offen.

Viele Jahre erfüllte der Rotkreuz-Stützpunkt in Lochau als Außenstelle der Rotkreuz-Abteilung Bregenz seine wichtige Aufgabe als Versorgungsstützpunkt der Blaulichtorganisation im Leiblachtal und spielte als Ergänzung der Bregenzer Rotkreuz-Abteilung eine nicht unbedeutende Rolle.

Die Dienststelle war mit beruflichen Mitarbeitern der Rotkreuz-Abteilung Bregenz besetzt. Die Dienstzeiten wurden im Laufe der 15 Jahre an die Anforderungen angepasst, generell variierten diese von Montag bis Freitag zwischen sechs und 19 Uhr. Im Einsatz standen teils Rettungswagen, teils Krankentransportwagen. Dies garantierte vor allem in Notfallsituationen eine rasche professionelle sanitätsdienstliche Erstversorgung von hilfsbedürftigen Patienten in den Leiblachtalgemeinden Lochau, Hörbranz, Hohenweiler, Möggers und Eichenberg.

Beachtliche Statistik

Der Rotkreuz-Stützpunkt blickt seit seiner Eröffnung im Oktober 2005 auf eine ausgefüllte Zeit zurück und präsentiert eine beachtliche Statistik, auch wenn die Zahlen mit den Jahren immer mehr nach unten gingen. Trotzdem wurden im ersten Halbjahr 2020, ab Mitte Juli war die Außenstelle nicht mehr besetzt, noch über 180 Einsätze absolviert. Bei rund 47 Prozent der Einsätze musste der Rettungswagen neben Krankentransferierungen zu medizinischen Notfällen ausrücken.

Mit 90 Einsätzen stand Lochau im Jahr 2020 an der Spitze der Statistik, gefolgt von Hörbranz mit 73 Einsätzen, Hohenweiler mit acht, Möggers mit sechs und Eichenberg mit vier Einsätzen.

Änderung der Gegebenheiten

Verschiedene Gründe führten nach diesen 15 Jahren nun zur Schließung des Rotkreuz-Stützpunktes im Leiblachtal. Mit dem Bau der zweiten Pfändertunnelröhre, der veränderten Einsatzstatistik und der steten Einsatzbereitschaft von First Respondern bzw. Nachbarschaftssanitätern vor Ort verlor die Außenstelle immer mehr an Bedeutung. Auch die zwischenzeitliche Nutzung als Hygienedienststelle für Infektionstransporte in der COVID-19-Pandemie hatte im Juli 2020 ein Ende. Ab diesem Zeitpunkt war die Rotkreuz-Außenstelle nicht mehr besetzt.

Die Talschaft war zudem mit dem zweiröhrigen Ausbau des Pfändertunnels von der Zentrale in Bregenz im Hinblick auf eine schnelle Hilfe nun weit besser erreichbar. Weiters überbrückte ein intensivierter First-Responder-Dienst im Rahmen der Erstversorgung vor Ort die kostbare Zeit bis zum Eintreffen des regulären Rettungsdienstes nach einem Notruf.

Schließung des Stützpunktes

Schließlich erbrachten die Evaluierungen der Einsatzzahlen, dass eine Versorgung der Bevölkerung im Leiblachtal in Sachen Rettungs- und Krankentransportwesen durch die Rotkreuz-Abteilung Bregenz bestens funktioniert und in angemessener Zeit allerorts und jederzeit möglich ist. Daher wurde der Rotkreuz-Stützpunkt in Lochau mit Ende des Jahres 2021 dann endgültig geschlossen.

Aus der Geschichte: Eröffnung im Oktober 2005

Nach zahlreichen Gesprächen und Verhandlungen wurde Lochau zur Standortgemeinde für den neuen Rotkreuz-Stützpunkt im Leiblachtal. Neben dem Feuerwehrhaus an der Hofriedenstraße wurde unter der Bauleitung von Karl Stampfl vom Bauamt Lochau in nur viermonatiger Bauzeit die neue Rettungsstelle als eigener Baukörper in Form eines „Rettungsturmes“ mit den Ausmaßen von neun mal neun Metern errichtet, in zentraler Lage am Ortsrand von Lochau in unmittelbarer Nähe der Autobahn.

Die Kosten von damals rund 180.000 Euro hatte die Gemeinde Lochau vorfinanziert. Die Investitions- und Betriebskosten wurden dann unter Berücksichtigung einer Nutzungsdauer von 30 Jahren gemäß dem Bevölkerungsschlüssel in jährlichen Raten auf alle anderen Leiblachtalgemeinden verumlagt. 616 Quadratmeter Grund wurden zudem von der Vogewosi hierfür kostenlos zur Verfügung gestellt.

Im Rahmen des traditionellen Feuerwehrfrühschoppens mit Feldmesse und dem Konzert des Musikvereines erhielt der neu errichtete Rotkreuz-Stützpunkt hier in Lochau am 25. September 2005 den kirchlichen Segen. Und im Rahmen einer Schauübung stellten Feuerwehr und Rotes Kreuz an diesem Tag auch ihre Schlagkraft und Einsatzbereitschaft vor zahlreichen Zuschauern recht eindrucksvoll unter Beweis.

Pater Dominikus von der Mehrerau hielt die Eucharistiefeier, für die musikalische Umrahmung sorgte der Musikverein Lochau mit Kapellmeister Elmar Vögel. Für Bürgermeister Xaver Sinz war die Umsetzung dieses Projektes ein Zeichen des gemeinsamen Engagement und der guten Zusammenarbeit mit seinen Kollegen im Leiblachtal, mit den Bürgermeistern Karl Hehle (Hörbranz), Josef Geissler (Hohenweiler), Georg Bantel (Möggers) und Hermann Gmeiner (Eichenberg), der Ärzteschaft in der Region, der Feuerwehr mit Kommandant Markus Jäger und des Roten Kreuzes.

Über den neuen Rettungsstützpunkt freuten sich somit auch die Rotkreuz-Verantwortlichen, die Vizepräsidenten Primar Dr. Dieter Fink und Bürgermeister Mag. Harald Sonderegger in Vertretung von Rotkreuz-Präsident Dipl.-Vw. Siegfried Gasser, Alt-RK-Vizepräsident August Grabher, RK-Dir. Roland Gozzi, Landesrettungskommandant Werner Meisinger oder der Kommandant der Rotkreuz-Abteilung Bregenz, Roland Paterno. Unter den Ehrengästen auch Landtags-Vizepräsidentin Dr. Bernadette Mennel und Bundesrat Reinhold Einwaldner aus Hörbranz.

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