Der Phantom-Zeitungsstand mitten im Achten

Was wie eine „Tom Turbo“-Folge klingt, ist in der Alser Straße bittere Realität: Ein -Verkaufsstand ohne Waren erregt die Gemüter der Anrainer.

Hässlich
„Es kann nicht sein, dass durch die Untätigkeit des Wiener Magistrats die Josefstädter täglich aufs Neue den Anblick dieses äußerst hässlichen und unnützen Glascontainers in der Alser Straße an der Ecke Skodagasse hinnehmen müssen”, erklärt die Obfrau der FPÖ-Josefstadt, Birgit Ossberger. „Dieser Phantom-Zeitungsstand muss sofort abmontiert werden!”

Parteien einig
Eine Forderung, die auch in anderen Parteien auf Zustimmung stößt. „Die Grünen arbeiten seit Jahr und Tag daran, dass der Kiosk weg kommt. Es handelt sich tatsächlich um eine Verhöhnung der Behörden”, ärgert sich auch Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Doris Müller über das leerstehende Ungetüm. „Der Kiosk hat auch nie die Zustimmung des Bezirks erhalten. Leider hat der Betreiber gute Anwälte und das Verfahren bis in die letzte Instanz durchgezogen.”  Nun staffierte der Besitzer den Glascontainer mit alten Zeitungen aus und weist mit einem Schild Jugendliche darauf hin, dass an sie kein Alkohol ausgeschenkt wird. „Eine Frotzelei sondergleichen auf dem Rücken der Josefstädter Bevölkerung und den Geschäftsleuten in der Alser Straße”, ärgert sich Birgit Ossberger.

Platz attraktiver gestalten
Auch dem Bürgerforum „PRO Josefstadt” ist der Phantom-Zeitungsstand ein Dorn im Auge. „Es muss jetzt endlich eine Lösung gefunden werden”, erklärt ÖVP-Klubobmann Andreas Ottenschläger von PRO Josefstadt gegenüber der bz. „Es kann doch nicht sein, dass man mit den Behörden seit Jahren Katz und Maus spielt. Die MA 19 – Stadtbild, die MA 46 – Verkehrsorganisation und das Bezirksamt müssen einschreiten. Letztendlich könnte der Platz attraktiver gestaltet werden. Der Geschäftsstraße würde das nur gut tun”, gibt der Politiker zu Bedenken.

Auch Bezirksvorsteher Heribert Rahdjian findet wenig Gefallen an dem leerstehenden Verkaufsstand und hat gründlich recherchiert. „Meine kürzlich wieder durchgeführten Recherchen bei MBA und MA59 haben ergeben, dass seitens des Marktamtes der – zwar als Imbiss-Stand gebaute – Zeitungsstand nur als solcher betrieben werden darf und die Haupteinnahmequelle unabdingbar Zeitungen sein müssen, als Neben-Berechtigung dürfen auch alkoholfreie Getränke verkauft werden”, berichtet der grüne Bezirkschef der bz. „Die Kunden dürfen sich wegen der sonstigen Behinderung keinesfalls beim Zeitungsstand aufhalten, also dort nichts konsumieren und nicht dort stehen.”

Marktamt eingeschritten
„Ich habe beim Marktamt erreicht, dass der Stand, obwohl er nun seit einer Woche als ‚Wiener Zeitungsstand‘ beschildert ist und die Getränkeschränke voll mit Waren sind, den Betrieb nicht eröffnen darf, weil keine Zeitungen zum Verkauf angeboten werden”, erklärt Bezirksvorsteher Rahdjian weiter.„Die an die Glasscheiben von innen aufgeklebten Zeitungen stammen aus dem Jahre 2008 und sind möglicherweise affichiert worden, um den Eindruck eines Zeitungsstandes zu erwecken. Defacto gibt es aber angeblich gar keine Verträge mit Zeitungsexpediten. Mir persönlich hat der Standinhaber sehr offen erklärt, Zeitungen seien kein Geschäft, er werde dort etwas anderes verkaufen. Das geht aber aufgrund des Marktamtes so nicht.”

Eine Lösung scheint -offenbar nicht in Sicht. Die FPÖ-Josefstadt, die bereits vor zwei Jahren Unterschriftenaktionen gegen die Verhüttelung der Josefstadt durchgeführt hat, setzt sich weiterhin für einen sofortigen Abriss des -Phantom-Zeitungsstandes ein.

Heribert Rahdjian zeigt sich optimistisch: „Die -60-Tage-Scheinverträge, mit denen die Behörden im -Vorjahr -irregeführt worden waren, um wieder die Verlängerung der Standaufstellungszeit um ein weiteres Jahr zu -erreichen, scheinen diesmal nicht zu gelingen.”

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