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Der letzte Mentsch - Trailer und Kritik zum Film

Jahrzehntelang war er Marcus Schwartz. Doch jetzt, am Ende seines Lebens, will er wieder der sein, als der er geboren wurde: Menahem Teitelbaum. Ein Jude. Alle Spielzeiten auf einen Blick

Aufgewachsen in Ungarn, später abtransportiert in die Konzentrationslager von Theresienstadt und Auschwitz. Doch da stehen einige Hindernisse im Weg. Mario Adorf spielt in der Tragikkomödie “Der letzte Mentsch” Marcus. Ab Donnerstag im Kino.

Der letzte Mentsch: Die Geschichte

Von Marcus verlangt der Rabbi Beweise für sein Judentum, Dokumente oder Zeugenaussagen von Menschen, die ihn früher gekannt haben. Die Suche führt ihn von Köln in seine alte Heimat Ungarn. An der Seite der jungen Deutschtürkin Gül macht Marcus eine Reise in seine Vergangenheit, mit all ihren schönen, aber auch finsteren Seiten.

Eigentlich wollte Marcus die Erinnerungen an sein erstes Leben als Menahem eigentlich für immer vergessen – zu schrecklich waren die Erfahrungen, die er im Holocaust durchlitten hatte. Seit einiger Zeit aber blitzen immer häufiger Erinnerungen auf und der 85-Jährige hat nur noch einen Wunsch: Er will in einem Grab auf dem jüdischen Friedhof seine letzte Ruhestätte finden. Doch der Rabbiner ist unerbittlich: “Wenn Sie Jude sind, beweisen Sie es”, sagt er dem alten Mann. Doch Familie und jüdische Freunde – alle tot. Was bleibt, ist die Hoffnung, in der alten Heimat einen Überlebenden zu finden, der seine jüdische Herkunft bestätigen kann.

Der französische Regisseur Pierre-Henry Salfati setzt nicht nur auf die Macht der Erinnerungen. Mit Gül (Katharina Derr) stellt er Marcus eine moderne junge Frau an die Seite, die auf den rührseligen Vergangenheitstrip keine Lust hat. Sie braucht schlicht das Geld, das ihr der alte Mann für die Reise bietet. Patzig reagiert sie auf die Eigenheiten ihres Reisegastes. Auch Marcus ist oft genervt von ihr. Zwei Generationen, deren unterschiedliche Vorstellungen aufeinanderprallen. Erst allmählich freunden sie sich auf der abenteuerlichen Autofahrt von Deutschland über Budapest in den Ort Vac an. Denn beide verbindet etwas: Die Suche nach der Identität, mag sie jüdisch oder atheistisch, deutsch oder türkisch, alt oder jung sein.

Der letzte Mentsch: Die Kritik

Und dann ist da noch der beharrliche Charme von Marcus. Immer wieder versucht er, seine Reisegefährtin mit jüdischen Witzen aus der Reserve zu locken. Auch sonst hat Salfati einige komisch-absurde Szenen eingestreut, etwa als den beiden in einem ungarischen Dorf über Nacht alle Reifen ihres Autos abmontiert werden.

Allerdings sind die Figuren nur schwer zu fassen. Beide verraten im Laufe des Films sehr wenig über sich. Auch die Dialoge sind oft behäbig, die Handlungen mitunter bedeutungsschwer aufgeladen. So entsteht eine seltsam künstliche Atmosphäre, auch dann, als Marcus seine Kindheitsliebe Ethel (Hannelore Elsner) trifft. Am Ende bleibt vieles an der Oberfläche, trotz vieler poetischer Momente. Erst in der zweiten Hälfte wird die Geschichte zugänglicher, vor allem als Marcus in seinem alten Heimatort nach den wenigen Spuren seiner Kindheit und des jüdischen Lebens sucht. Ohne falsche Sentimentalität und ohne Zuckerguss schildert der Film die fast kindliche Verzweiflung des alten Mannes, als er nur noch Überreste findet.

Regisseur Salfati wollte mit seinem Film keine Anklage erheben. “Es geht nicht um Schuld, es geht um Erinnerung. Sie darf nicht verschwinden, sie muss im kollektiven Gedächtnis verankert bleiben, damit in Europa nie wieder so etwas Grauenvolles geschieht”, sagt er: “Wie die meisten Juden fürchte auch ich, dass die Erinnerung verblassen könnte.”

(APA)

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