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Der Hypnotiseur - Trailer und Kritik zum Film

Über 20 Jahre hat es gedauert, bis der 66-jährige Starregisseur Lasse Hallström wieder einmal in seiner schwedischen Heimat drehte: "Der Hypnotiseur" stellt nun die Rückkehr im Genre des Schwedenkrimis dar, basierend auf dem 2009 erschienenen gleichnamigen Roman von Lars Kepler, dem Pseudonym des Ehepaares Alexandra Coelho Ahndoril und Alexander Ahndoril. Alle Spielzeiten auf einen Blick

Über die ersten zwei Drittel des Werks zeigt Hallström, dass man keineswegs hohe Budgets und große Studios benötigt, um einen spannenden, atmosphärisch dichten Psychothriller zu inszenieren. Und im letzten Drittel macht der Regisseur deutlich, dass man ohne hohe Budgets und große Studios keineswegs vor der Rutschbahn der billigsten Klischee gefeit ist. Der Film kommt am Freitag in die österreichischen Kinos.

In Stockholm werden ein verstümmelter Familienvater und im Haus des Toten dessen ebenfalls ermordete Familie gefunden. Lediglich der Sohn hat im Koma liegend überlebt. Kommissar Joona Linna (Tobias Zilliacus) bittet in seiner Not den Hypnotiseur Erik Maria Bark (Mikael Persbrandt) ins Spital, um dem Opfer die Details der Tat aus seinem Unterbewussten zu entlocken. Durch seinen Einsatz bringt Bark jedoch seine Frau Simone (Lena Olin) und den gemeinsamen Sohn Benjamin (Oscar Pettersson) in Gefahr.

“Der Hypnotiseur”: Lasse Hallström mit schwedischem Grauen

Dunkel, düster und im fahlen Kunstlicht eines Krankenhauses spielend, gemahnt “Der Hypnotiseur” zu Beginn an Lars von Triers legendäre “Geister”-Serie. In den langen, unpersönlichen Gängen des Spitals erzeugen versteckte Kamerawinkel Bedrohung, viele Nahaufnahmen legen den Fokus auf die derangierten Figuren, ein kalter, Lynch-artiger Soundtrack legt einen subtilen Unruhefaktor über die Szenerie. In dieser Phase darf Kameramann Mattias Montero mit ungewöhnlichen Einstellungen punkten, die sich an momentane skandinavische Krimierfolge wie “Die Brücke” oder “Das Verbrechen” anlehnen.

Persbrandts Figur des Hypnotiseur hat wenig Diabolisches, im Gegenteil. Er nimmt Schlaftabletten, ist ausgebrannt, ermattet. Daheim hat er Probleme mit Ehefrau Simone, die ihm einen Seitensprung nicht verzeihen kann. Diese wird als dauerüberspannte Frau von Hallströms Gattin Lena Olin gespielt (“Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins”), die mit ihrer Figur die für den Zuschauer anstrengend unerträgliche Schwere des Seins auslotet. Den beiden gesellt sich Zilliacus als Ermittler vom Typ einsamer Wolf hinzu.

So viel Zeit sich Hallström für die Opfer und ihre psychologischen Deutungen nimmt, so holzschnittartig kommt die Täterseite daher, deren Klischeeausgestaltung knapp am Trashfilm vorbeischrammt. Im zunehmenden Verlauf des Film lässt dann auch noch die Logik zu wünschen über, wird die Geschichte konventioneller und verliert minütlich an Spannung und Subtilität.

Zuletzt bezirzte Hallström die Zuschauer mit herzstreichelnden Filmen wie “Lachsfischen im Yemen” und “Safe Haven – Wie ein Licht in der Nacht”, der am 8. März in den heimischen Kinos anläuft. Verließ er dort meist ausgetretene Pfade oder versah diese zumindest mit neuer Pflasterung, so führt das Genre Thriller bei ihm im Falle von “Hypnotiseur” leider zum Bauchfleck auf rutschigem Klischeeparkett.

(APA)
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