Der Fall Anna F.

Erst ein TV-Spot, dann auf Tour mit Lenny Kravitz, jetzt die Amadeus-Nominierung. Bei Anna F. läuft es wie am Schnürchen. Fast. Denn nun droht jener Mann mit Klage, der sie entdeckt und zwei Jahre unter Vertrag hatte.

Noch vor gar nicht langer Zeit kannten sie nur Insider. Heute ist Anna F. für den Amadeus in der Kategorie Pop nominiert. Keine Frage, die 23-Jährige kam schnell nach oben. Als Sprungbrett diente die Fernsehwerbung für eine große heimische Bank. Die suchte nach einem Song für ihre neue Imagekampagne und wurde bei der jungen Steirerin fündig. Mit der Nummer “Time Stands Still” als Hintergrundmusik für den TV-Spot sang sich Anna F. bald in die Ohren der Österreicher. Danach stürmte sie die Austria Top 40. Und als sie auch noch von Schmuserocker Lenny Kravitz als Vorgruppe auf seine England-Tour mitgenommen wurde, war klar, dass sie es geschafft hat.

Spielend leicht übrigens, wie es Außenstehenden vorkam. Schließlich schien es, als hätte es Anna F. ganz locker nach oben geschafft ? unabhängig von Marketingstrategien und ohne Plattenvertrag, beraten nur von ihrem Freund, Schlagzeuger Alex Deutsch. Doch so ganz von alleine ist ihre Karriere doch nicht passiert. Da gibt es nämlich Musikmanager Christopher Rücker, der die dunkelhaarige Sängerin vor zwei Jahren entdeckt und unter Vertrag genommen hat, als noch kein Hahn nach ihr krähte. Und der nun überlegt, sie zu klagen.

Zahlungen offen?

Mit Ende Juni hat der Manager zwar einen Vertrag mit Anna F. gekündigt. Folgeleistungen, auf die Rücker Anspruch hat, sind aber bis heute offen ? und werden trotz wiederholter Aufforderung von Anna F. nicht beglichen. ?Leider werden meine Mails, den offenen Ansprüchen entgegenzukommen, weiterhin ignoriert?, so Rücker. Jetzt reißt dem Profi-Agenten langsam der Geduldsfaden. ?Gerichtliche Schritte werden immer wahrscheinlicher und sind wohl der einzige Weg, die vertraglichen Abmachungen abzugelten.?

“Das ist einfach unprofessionell”

Denkbar wäre für Rücker auch, gegen eine einmalige Zahlung von rund 30.000 Euro Anna F. aus ihren Verpflichtungen zu entlassen. Doch für die Musikerin ist die Sache längst gelaufen. “Der Vertrag wurde bereits 2008 von mir gekündigt, weil die Zusammenarbeit nicht wie gewünscht funktioniert hat. Die Folgen der Beendigung wurden in einem persönlichen Gespräch geklärt und pauschal abgegolten”, sagt Anna F.

Gegenüber Rücker herrscht indes Funkstille. “Das ist einfach unprofessionell”, kritisiert der Musikexperte. Schließlich verhandelte er zehn Jahre lang für die Bertelsmann-Gruppe in New York erfolgreich Millionenverträge mit Kapazundern wie David Bowie und Prince aus. Umso unerfreulicher ist es nun, dass ihm gerade der Vertrag mit einer österreichischen Nachwuchssängerin zu schaffen macht.

Ob Ex-Manager Rücker immer noch an das Talent der Steirerin glaubt, erfahren sie in der aktuellen Ausgabe des Seitenblicke Magazins (36|09)!

(Seitenblicke Magazin/Foto: Anna F.)

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