Der Butler - Kritik und Trailer zum Film

Der Film basiert auf der Geschichte des Afroamerikaners Eugene Allen der von einer Baumwollplantage aus dem Süden geflüchtet und später als Butler für mehrere Präsidentenfamilien gearbeitet hat. Forest Whitaker verkörpert den Diener Cecil Gaines, dessen ältester Sohn sich nicht mit der demütigen Haltung des diskreten und zuvorkommenden Butlers abfinden will und sich in der Bürgerrechtsbewegung von Martin Luther King, als Freedom Rider und als Black Panther betätigt. Alle Spielzeiten auf einen Blick

Die afroamerikanische Geschichte der Unterdrückung und Freiheitsbewegung im 20. Jahrhundert in 132 Minuten: “Der Butler” von Lee Daniels, der ab 20.12. im Kino läuft, gleicht zwei Geschichtsstunden, die pathetisch aufgeladen aus der Wahrnehmung einer Familie erzählt werden. Im Zentrum steht Cecil Gaines, der auf einer Baumwollplantage aufwuchs und zum längst dienenden Butler im Weißen Haus wurde. Die Erzählung von Gaines basiert auf der Biografie von Eugene Allen, der ab den 1950ern mehr als drei Jahrzehnte als Hausdiener im amerikanischen Präsidentendomizil wirkte. Die Parallelhandlung des Sohnes von Gaines, der sich in der Bürgerrechtsbewegung engagierte, ist dagegen erfunden, um dem demütigen “house nigger” (wie es im Film mehrfach heißt) eine starke Kämpfernatur in der eigenen Familie gegenüberzustellen.

Von dieser Ambivalenz lebt der gesamte Film, der von Lee Daniels (“Precious”, “Paperboy”) in einem allzu didaktischen und emotionalisierenden Tonfall erzählt wird und bis in die kleinsten Nebenrollen mit prominenten Darstellern besetzt wurde. Forest Whitaker spielt in der Hauptrolle grandios, die Präsidenten werden u.a. von Robin Williams (Eisenhower), John Cusack (Nixon) und Alan Rickman (Reagan) verkörpert.

Inhalt zum Film

Cecil Gaines wird zuerst in den 1920ern auf der Plantage gezeigt, wo er die Vergewaltigung seiner Mutter (Mariah Carey) und die Tötung seines Vaters miterleben muss. Er lernt das stets zuvorkommende, diskrete Dienen in weißen Herrenhäusern, landet durch Zufall im Hotel Excelsior und wird dort in den 1950ern für das Weiße Haus engagiert, wo er in seinen Kollegen (Cuba Gooding Jr., Lenny Kravitz) enge Freunde findet.

Sein älterer Sohn Louis (David Oyelowo) hat mit dem väterlichen Diener und seiner Mutter (Oprah Winfrey) jedoch so seine Probleme und distanziert sich von dessen demütiger Haltung. Er folgt Martin Luther King, wird Teil der Freedom Riders und kommt mit den militanten Black Panthers in Kontakt. Sein Kampf führt ihn immer wieder ins Gefängnis, der Bruch mit seinem Vater ist unausweichlich.

Dass sich Vater und Sohn im Lauf der Geschichte dann doch wieder annähern, ist auch der Erkenntnis zu verdanken, dass sich Gaines auf seine Weise sehr wohl auch für die Rechte der Afroamerikaner eingesetzt hat – eher subversiv als submissiv mitten im Zentrum der Macht.

Kritik zu “Der Butler”

“Der Butler” bleibt dabei trotz des politischen Themas und Schauplatzes mehr ein biederer Film über die Familie, der sich linear und wenig komplex an wichtigen historischen Momenten entlanghantelt. Wenn schließlich am Ende der Präsidentschaftskandidat Barack Obama zur Wahl steht und mit John F. Kennedys Krawatte ein Hoffnungssymbol gezückt wird, landet der Film vollends bei jener unkritischen Heldenverehrung, die sich weder Cecil Gaines noch Eugene Allen (der 2010 verstarb) in dieser Form verdient haben. Für Gaines bleiben im Film keine Fragen offen – die Geschichte hat ihr scheinbar gerechtes Ende gefunden.

Trailer zum Kinofilm “Der Butler”:
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