Den Haag: Bosnien verklagt Serbien

Vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag beginnt am 27. Februar ein Prozess wegen Völkermordes und Aggression auf Grund der Klage Bosnien-Herzegowinas gegen Serbien-Montenegro.

Dies berichteten serbische Medien am heutigen Donnerstag. Bosnische Behörden hatten 1993 eine Klage gegen Belgrad eingereicht. Nach der politischen Wende in Serbien im Herbst 2000 bemühten sich die neuen Belgrader Behörden vergeblich darum, Sarajevo dazu zu bewegen, die Klage rückgängig zu machen. Der jüngste diesbezügliche Versuch war vergangene Woche vom bosnisch-serbischen Staatspräsidiumsmitglied Borislav Paravac gekommen. Er hatte beim bosnischen Verfassungsgericht die Prüfung der Klage auf ihre Verfassungsmäßigkeit beantragt. Nach Angaben Paravacs sind bosnische Serben mit der Klage nicht einverstanden.

Wegen der Klage des Nachbarstaates hat Belgrad zum Teil auch Probleme mit dem UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen in Ex-Jugoslawien. Die serbischen Behörden ermöglichten der Tribunalsanklage bisher noch immer keinen Zutritt zu allen beantragten Dokumenten. Es wird offenbar befürchtet, dass dadurch auch die Klage vor dem Internationalen Gerichtshof erhärtet werden könnte. Im dreijährigen Bosnien-Krieg (1992-1995) hatte das Belgrader Regime von Slobodan Milosevic den bosnischen Serben und ihren Truppen Hilfe geleistet.

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